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Formel 1

"Paradise Papers": Wie Lewis Hamilton Millionen Steuern spart

Offenbar nutzt Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton eine Kette von Briefkastenfirmen in Steueroasen, um eigentlich fällige Steuern zu umgehen. Alles legal, sagen seine Anwälte. Einige Experten sehen das anders.

Der frisch gebackene viermalige Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton weiß nicht nur, wie man auf Rennstrecken kleinste Lücken nutzt, um sich einen Vorteil zu verschaffen. Der Brite kennt offensichtlich auch die Schlupflöcher, mit denen er jede Menge Steuern sparen kann. Das zeigen die Recherchen eines internationalen Verbunds investigativer Journalisten zu den so genannten "Paradise Papers". Aus Deutschland waren NDR, WDR und die "Süddeutsche Zeitung" an den Recherchen beteiligt. Die Journalisten fanden heraus, dass Hamilton beim Kauf seines Privatjets mit einem Trick eigentlich fällige Mehrwertsteuer in Höhe von rund vier Millionen Euro umgangen hat.

Kette von Briefkastenfirmen

Der Brite erwarb die Maschine 2013 für mehr als 20 Millionen Euro in Kanada und hätte dafür bei der Einfuhr in die Europäische Union eigentlich 20 Prozent Mehrwertsteuer zahlen müssen. Hamilton landete jedoch auf der Isle of Man, einer kleinen Insel in der Irischen See, die als Steuerparadies gilt. Dort ließ der Formel-1-Pilot von der Rechtsanwaltskanzlei Appleby, die im Zentrum der "Paradise Papers" steht, mehrere Briefkastenfirmen gründen. Eine davon war eine auf Hamilton eingetragene Fluggesellschaft. Bei dieser mietete er über eine weitere Firma sein eigenes Flugzeug. Durch diese formelle Geschäftsbeziehung erfüllte der Brite die Voraussetzungen, um auf der Isle of Man steuerfrei zu bleiben. Ein mittlerweise offenbar gängiges Modell: In den vergangenen zehn Jahren wurden auf der Insel fast 1000 Jets als kleinere Geschäftsflugzeuge registriert.

Und die Privatflüge?

Hamiltons Anwälte erklärten, Steuerexperten hätten das Modell geprüft, es entspreche den Gesetzen. Das sehen einige Experten anders. Sie verweisen darauf, dass Hamilton den Privatjet nur für dienstliche Zwecke nutzen dürfe, um komplett steuerfrei bleiben zu dürfen. Seine Anwälte räumten jedoch ein, dass der Rennfahrer mit der Maschine auch in den Urlaub geflogen sei.

Weitere Briefkastenfirmen

Privatjet von Lewis Hamilton (imago/Crash Media Group)

Hamiltons Privatjet, den er nicht nur dienstlich nutzt

Nach Angaben des Rechercheverbunds laufen Briefkastenfirmen auf Hamilton nicht nur auf der Isle of Man, sondern auch auf der Kanalinsel Guernsey und auf Malta, die ebenfalls als Steueroasen gelten. Über die Firma auf Guernsey least Hamilton sein "Motorhome", ein Riesenwohnmobil, das er während der Rennen in Europa nutzt. Auf diesem Wege spart der Brite auch hierfür Steuern. Über die Firma in Malta laufen Hamiltons Einnahmen aus Werbung und Sponsoring. Ob die Steuer-Tricks für Lewis Hamilton ein juristisches Nachspiel haben werden, ist derzeit unklar.

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