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Kultur

Papst schreibt mit Synagogen-Besuch Geschichte

Am zweiten Tag seines Deutschland-Besuchs kam Papst Benedikt XVI. am Freitag in die Kölner Synagoge. Ein weiterer ökumenischer Höhepunkt: das Treffen mit evangelischen und orthodoxen Kirchenvertretern.

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Benedikt XVI. vor der Kirche Sankt Pantaleon

Der deutsche Papst besuchte damit als erstes katholisches Kirchenoberhaupt ein jüdisches Gotteshaus in Deutschland. In seiner Ansprache verurteilte er den Nationalsozialismus und jede Form des Antisemitismus in schärfster Form. "Die katholische Kirche tritt ein für Toleranz, Respekt, Freundschaft und Frieden unter allen Völkern und Kulturen", betonte Benedikt.

Kölner Synagoge Außenansicht

Die Kölner Synagoge gilt als älteste jüdische Gemeinde nördlich der Alpen

Der Papst versprach, den von seinem Vorgänger Johannes Paul II. eingeschlagenen Weg zur Verbesserung der Beziehungen zwischen Juden und Christen "mit voller Kraft" weiterzugehen. Leider tauchten derzeit wieder Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit auf. Dies sei "Grund zur Sorge und zur Wachsamkeit", sagte der Papst, der sich zum 20. Weltjugendtag noch bis Sonntag in Köln aufhält.

"Historisches Ereignis"

Gemeindevorstand Abraham Lehrer hatte das katholische Kirchenoberhaupt als "größten Brückenbauer" zwischen den Religionen begrüßt. Benedikt XVI. stehe für Akzeptanz und Toleranz gegenüber dem Judentum. Der Rabbiner der Gemeinde, Netanel Teitelbaum, nannte den Besuch "ein Zeichen gegen den früheren kirchlichen Antisemitismus". Zu Beginn seines Besuchs in der Synagoge hatte der Papst gemeinsam mit den Gemeindevertretern der Opfer des Holocaust gedacht.

Spezialbild: Weltjugendtag - Benedikt XVI. besucht Synagoge

Feierstunde mit Papst Benedikt XVI. in der Kölner Synagoge

"Tief beeindruckt" zeigte sich der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Paul Spiegel, nach dem Besuch: "Das war ein historisches Ereignis, noch spätere Generation werden sich dankbar daran erinnern." Und der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, sagte: "Was immer noch beim Weltjugendtag kommt - ich bin sicher, dass dieser Besuch zu den Höhepunkten zählt.

Ökumenischer Dialog "in Wahrhaftigkeit"

Zu einem weiteren ökumenischen Höhepunkt kam es am Abend, als sich der Papst mit evangelischen und orthodoxen Kirchenvertretern traf. Dabei erinnerte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischof Wolfgang Huber, an die Verpflichtung der Christen, nach ökumenischer Einheit zu streben.

Benedikt XVI. machte sich für eine Wiedererlangung der Einheit der Christen stark, die aber "unverlierbar" in der katholischen Kirche liegen müsse. Er wisse, dass viele Christen in Deutschland weitere konkrete Schritte der Annäherung im Ökumeneprozess erwarten, sagte der Papst. Dies müsse aber "in Wahrhaftigkeit und Realismus geschehen", sagte Benedikt. "Es darf keinen Dialog um den Preis der Wahrheit geben."

Papst in Köln

Der Regen tat der Begeisterung beim zweiten Tag des Papst-Besuchs in Köln keinen Abbruch

Zuvor hatte Benedikt bei einer feierlichen Vesper in der Kirche Sankt Pantaleon rund 3000 Priesteramtskandidaten aus aller Welt getroffen. Zu Beginn des zweiten Tages seiner Deutschland-Visite hatte sich der Papst am Morgen zu einem Vier-Augen Gespräch mit Bundespräsident Köhler in der Villa Hammerschmidt in Bonn getroffen. Das Mittagessen nahm Benedikt zusammen mit Jugendlichen aus aller Welt ein. (wga)

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