Papst Franziskus trifft in Peru ein | Aktuell Amerika | DW | 18.01.2018
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Kirche

Papst Franziskus trifft in Peru ein

Zunächst Chile, jetzt Peru: Das Oberhaupt der katholischen Kirche will sich auf seiner Reise gegen Umweltzerstörung und Ausbeutung stark machen. Nebenbei findet Franziskus Zeit, ein Paar im Flieger kirchlich zu trauen.

Peru Lima Ankunft Papst Franziskus (picture-alliance/AP Photo/M. Meija)

Jubel für den Papst (rechts) bei der Ankunft in Peru

Papst Franziskus hat in Lima seinen Besuch in Peru begonnen. Das katholische Kirchenoberhaupt wurde auf der zweiten Etappe seiner Lateinamerikareise am Flughafen von Staatschef Pedro Pablo Kuczynski empfangen. Das Programm seines dreitägigen Besuchs sieht an diesem Freitag ein Treffen mit Vertretern der indigenen Amazonas-Völker in Puerto Maldonado. Dabei wird Franziskus in der Provinz Madre de Dios die Umweltzerstörung sehen, die die Lebensstätten der Ureinwohner gefährdet.

Die Bewahrung der Schöpfung und die Achtung der Urbevölkerung sind besondere Anliegen des Papstes. Für kommendes Jahr hat er eine Bischofssynode für das Amazonas-Gebiet einberufen. Dort soll über neue Wege gegen Umweltzerstörung und Vertreibung diskutiert werden. Im nordperuanischen Trujillo und in Lima will der Papst Messen im Freien halten.

Papst Franziskus traut Steward und Stewardess (picture-alliance/AP/Pool/L'Osservatore Romano Vatican Media)

Getraut durch den Papst: die Flugbegleiter Carlos Ciuffardi (links) und Paola Podest (mitte)

An seinem letzten Besuchstag in Chile hat Franziskus vor allem die Ausbeutung von Migranten angeprangert. Bei einem Gottesdienst nahe der nordchilenischen Stadt Iquique forderte er zu Solidarität mit Zuwanderern auf. Diese hätten besonders mit Problemen wie unsicheren Arbeitsplätzen und fehlendem Wohnraum zu kämpfen. Zugleicht mahnte Franziskus das Land erneut zu Einheit. Zu dem Gottesdienst in Iquique auf dem Strandgelände "Playa Lobito" kamen rund 50.000 Teilnehmer, deutlich weniger als erwartet. Vor seinem Flug nach Peru traf Franziskus noch mit einem Opfer der Regimes von Augusto Pinochet (1973-1990) zusammen. Hector Marin Rossel, dessen Bruder kurz nach dem Putsch unter Pinochet im September 1973 verschleppt und getötet worden war, bat den Papst, sich für die Aufklärung des Schicksals der Verschwundenen während der Militärdiktatur stark zu machen.

"Dann machen wir das jetzt!"

Für Aufsehen sorgte eine Blitztrauung, die der Papst beim Flug nach Iquique leitete. Paula Podest (39) und Carlos Ciuffardi (41), die beiden Flugbegleiter aus Chile, gaben sich vor Franziskus noch einmal ihr Ja-Wort. Zivil ist das Paar seit acht Jahren verheiratet. Die beiden haben bereits zwei Kinder. Zuvor hatte Ciuffardi dem Papst erzählt, dass ihre 2010 geplante kirchliche Hochzeit ausfallen musste, weil ihre Kirche durch ein Erdbeben zerstört worden war. Darauf fragte Franziskus laut Ciuffardi: "Wollt ihr heiraten? Dann machen wir das jetzt." Laut Vatikansprecher Greg Burke war dies das erste Mal, dass eine Trauung unter derartigen Umständen stattfand.

ml/cgn (dpa, afp, KNA)