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Neujahrsmesse

Papst Franziskus ruft zum neuen Jahr zu Stille und Vertrauen auf

Einmal innehalten: Die Gläubigen sollen sich auf das Wesentliche konzentrieren und sich "vor der Betäubung durch Werbung, vor der Verbreitung leerer Worte und den beunruhigenden Wogen des Lärms" schützen.

In seiner Neujahrsmesse hat Papst Franziskus zu Stille und Vertrauen aufgerufen. Wer sich jeden Tag einen Moment Zeit nehme, um mit Gott zu schweigen, bewahre seine Freiheit vor den "zersetzenden Banalitäten des Konsums", der Betäubung durch Werbung und vor Geschwätz, sagte der Papst beim Neujahrsgottesdienst im Petersdom. Zugleich ermutigte er, "Hoffnungen und Ängste, Licht und Schatten" ins Gebet zu bringen. Gott trete ins Leben, wenn man sich nicht der Angst und der Trübsal oder dem Aberglauben überlasse, sagte der Pontifex vor tausenden Gläubigen.

Gott sei Mensch geworden, "um nicht nur mit uns, sondern auch wie wir zu sein", sagte der Papst. "Dies ist das Wunder, die Neuheit: Der Mensch ist nicht mehr allein; er ist nie mehr Waise, er ist für immer Sohn oder Tochter." Jeder dürfe sich "in dem schwachen Gott, dem Kind im Arm der Mutter, selbst wiedererkennen und sehen, dass die Menschheit dem Herrn lieb und heilig ist." 

Den anderen annehmen

Dem menschlichen Leben zu dienen, bedeute deshalb, Gott zu dienen, sagte Franziskus. "Jedes Leben, vom Mutterleib an bis ins hohe Alter, auch das leidende und kranke Leben, wie unbequem oder gar widerwärtig es auch sein mag, ist anzunehmen, zu lieben und zu unterstützen."

Der Jahresbeginn fordere dazu auf, "neu von der Mitte her aufzubrechen, die Last der Vergangenheit abzulegen und wieder mit dem zu beginnen, was zählt", sagte Franziskus. Dabei verwies er auf die Muttergottes als Vorbild. Maria sei "genau so, wie Gott uns will, wie er seine Kirche will: Sie ist eine zärtliche Mutter, demütig, arm an materiellen Dingen, aber reich an Liebe".

Einsatz für Migranten beim Mittagsgebet

In seinem Angelusgebet verlangte der Papst mehr Einsatz für Migranten und Flüchtlinge. Viele Menschen riskierten ihr Leben auf einer langen und gefahrvollen Reise, um einen Frieden zu finden, der "das Recht aller" sei, sagte der Papst beim Mittagsgebet auf dem Petersplatz. Es gelte, 2018 mit Großzügigkeit für eine solidarischere und aufnahmebereitere Welt zu arbeiten, so das Kirchenoberhaupt. Der Neujahrstag wird von der katholischen Kirche seit 50 Jahren als Weltfriedenstag begangen. Dieses Jahr steht er unter dem Motto "Migranten und Flüchtlinge: Menschen auf der Suche nach Frieden". 

sam/jj (epd, kna)

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