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Katholische Kirche

Papst fordert in Neujahrsansprache mehr Miteinander

Am katholischen Weltfriedenstag hat Papst Franziskus zu einer Welt ohne Hass und Gewalt aufgerufen. Er warnte vor zunehmendem Egoismus und "spiritueller Verwaisung" und gedachte der Opfer des Anschlags in Istanbul.

Die Worte des Papstes am Neujahrstag klangen diesmal besonders bitter. Beim Angelusgebet auf dem Petersplatz vor rund 50.000 Gläubigen forderte Papst Franziskus angesichts des neuen Terrors ein tatkräftiges Bekenntnis zur Versöhnung. "Indem wir durch Fakten nein zu Hass und ja zu Brüderlichkeit und Versöhnung sagen, errichten wir den Frieden", betonte der Pontifex. Auch in dieser Nacht der Hoffnung habe die Gewalt mit einem schweren Attentat in Istanbul zugeschlagen, beklagte Franziskus. Er bete für die Toten, ihre Angehörigen, die Verletzten und das gesamte türkische Volk.

Franziskus huldigt den Müttern

Zum Weltfriedenstag, den die katholische Kirche seit 50 Jahren am 1. Januar begeht, rief Franziskus auch zu einer "gewaltfreien Politik" auf. Der diesjährige Weltfriedenstag stand unter dem Motto der Gewaltlosigkeit. In seiner Predigt in der Neujahrsmesse im Petersdom erinnerte Franziskus an die bedingungslose Solidarität von Müttern wie Maria von Nazareth mit ihren Kindern.

Vatikan Neujahrsmesse Papst Franziskus (picture-alliance/ZUMAPRESS/G. Ciccia)

Erinnerung an die Heiligen Drei Könige während der Neujahrsmesse im Petersdom

"Die Mütter sind das stärkste Gegenmittel gegen unsere individualistischen und egoistischen Neigungen, gegen unsere Formen des Sich-Verschließens und der Gleichgültigkeit", sagte der Papst. Eine Gesellschaft ohne Mütter verliere "ihr Herz". So zeigten Mütter, denen es in den Flüchtlingslagern oder sogar inmitten des Krieges gelänge, das Leiden Ihrer Kinder auf sich zu nehmen, auch in den schlimmsten Momenten die Kraft der Hoffnung.

Papst warnt vor zunehmendem Egoismus

In seiner Neujahrsmesse warnte der Argentinier vor Egoismus und "spiritueller Verwaisung", die sich in Herzen breitmache, die nur auf sich und ihre eigenen Interessen achteten. In einer zersplitterten und gespaltenen Kultur und mit dem Verlust der Familienbande würde "das Gefühl der Verwaisung und der großen Leere und Einsamkeit zunehmen". Kontakte, die nur noch virtuell und nicht mehr physisch aufgenommen würden, zerstörten die Herzen, beklagte das Kirchenoberhaupt. Damit verlören sie die Fähigkeit zu Zärtlichkeit und Staunen, zu Erbarmen und Mitgefühl.

cw/qu (dpa, kna, epd)

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