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Friedensprozess nach Bürgerkrieg

Papst fordert gemeinsamen Neuanfang in Kolumbien

Eine Reise im Auftrag der Versöhnung: Papst Franziskus besucht das ehemalige Bürgerkriegsland Kolumbien. Das Kirchenoberhaupt rief die Bevölkerung auf, im Friedensprozess nicht der "Versuchung der Rache" zu erliegen.

Kolumbien Papst Franziskus in Bogota (Reuters/O. Romano)

Der Papst winkt den Gläubigen vom Balkon der Kathedrale in Bogotá

Bei seiner ersten Messe in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá forderte Papst Franziskus die kolumbianische Bevölkerung zu Versöhnung und Zusammenhalt auf. Nach Jahrzehnten des Bürgerkriegs dürfe es keine "Finsternis der Rachsucht und des Hasses" geben, sagte der Pontifex bei der Freiluftmesse vor mehr als 1,3 Millionen Teilnehmern im Zentrum der Stadt. Er appellierte an die Kolumbianer, in den Anstrengungen für eine friedliche Gesellschaft nicht nachzulassen. "Je schwerer der Weg ist, der zum Frieden und zur Verständigung führt, umso mehr Beharrlichkeit müssen wir einsetzen", mahnte der erste lateinamerikanische Papst in seiner Rede.

Papstbesuch in Kolumbien (picture-alliance/dpa/C. Contreras/colprensa)

Der Papst gab dem kolumbianischen Präsidenten und Friedensnobelpreisträger Juan Manuel Santos die Hand

Fünftägigge Reise im Zeichen der Versöhnung

An diesem Freitag reist Franziskus in die Stadt Villavencio. Dort werden ein großes nationales Versöhnungstreffen mit ehemaligen Guerilla-Kämpfern der FARC und 6.000 Betroffenen des Konflikts sowie ein Versöhnungsgebet stattfinden. Außerdem wird der Papst zwei im Bürgerkrieg ermordete Geistliche selig sprechen. Die fünftägige Reise des katholischen Kirchenoberhauptes steht im Zeichen der Versöhnung. Der Vatikan hatte die Friedensverhandlungen in Kolumbien unterstützt, um den Konflikt nach über 50 Jahren Bürgerkrieg und mehr als 220.000 Toten zu beenden. Erst kurz vor dem Besuch des Papstes einigte sich die letzte aktive Rebellengruppe ELN mit der Regierung in Bogotá auf eine Waffenruhe.

Ende 2016 hatte der kolumbianische Präsident einen mühsam ausgehandelten Friedensvertrag mit der Guerillaorganisation FARC unterzeichnet, der in einem Referendum von der Bevölkerung zunächst abgelehnt wurde, dann aber vom Kongress beschlossen wurde. Besonders die Sonderjustiz mit milden Strafen für Verbrechen im Bürgerkrieg, aber auch die finanziellen Aufwendungen für die Reintegration der ehemaligen Kämpfer stoßen seitdem auf Widerstand in der kolumbianischen Bevölkerung.

sas/se (dpa, afp, epd, kna)

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