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Menschenrechte

Papst brandmarkt Menschenhandel als "moderne Sklaverei"

Kirche und Politik haben zum internationalen Tag gegen Menschenhandel mehr Schutzmaßnahmen gefordert. Die Öffentlichkeit sei abgestumpft, beklagt Papst Franziskus. Das sei "schlimm, grausam und kriminell".

Jährlich würden tausende Männer, Frauen und Kinder wegen ihrer Arbeitskraft oder sexuell ausgebeutet oder für Organhandel missbraucht. Die Öffentlichkeit scheine an Menschenhandel so sehr gewöhnt, dass man ihn inzwischen für etwas Normales halte, kritisierte Franziskus.

Nach Angaben der Vereinten Nationen leiden über 20 Millionen Menschen weltweit unter den Folgen von Menschenhandel. Mehr als zwei Drittel der Ausbeutung gehen laut einer Mitteilung der Flüchtlingshilfsorganisation UNHCR auf das Konto von Zwangsprostitution.

Flüchtlingskinder besonders betroffen

70 Prozent der Opfer sind Frauen und Mädchen, der Anteil der Minderjährigen beträgt ein Viertel. Besonders Migrantenkinder hätten ein hohes Risiko, Opfer von Menschenhandel zu werden, so die UN. Die derzeitigen Mechanismen, um Kinder in Konflikten oder humanitären Krisen zu schützen, seien überwiegend ineffektiv.

Caritas Europa warnte in diesem Zusammenhang vor den Folgen für die Persönlichkeit und das Leben jener Kinder, die Opfer von Menschenhandel geworden seien. Die Expertin für Menschenhandel von Caritas Europa, Genevieve Colas, sagte, die Medienberichte über die verschwundenen Flüchtlingskinder seien nur die "Spitze des Eisbergs". Es müsse dringend gehandelt werden, so Colas. Besonders wichtig sei es, unbegleitete minderjährige Migranten zu schützen.

Italiens Staatspräsident Sergio Mattarella betonte, Schlepperbanden trieben ihre Opfer in "Umstände der Sklaverei". Europa müsse diesen "Händlern des Todes" wirksam entgegentreten.

Menschenhandel auch in Deutschland

Bundesfamilienministerin Katarina Barley warb für besseren Schutz von Kindern und Jugendlichen in Deutschland. "Alle Formen von Menschenhandel zielen darauf ab, dass Menschen mit kriminellen Mitteln ausgebeutet werden. Und Menschenhandel gibt es auch bei uns in Deutschland. Unser Ziel ist es, die Opfer zu erkennen, zu schützen und ihnen die notwendige Hilfe und Unterstützung zukommen zu lassen", betonte sie. Täter dürften mit ihrem "kriminellen und menschverachtenden Treiben" nicht davonkommen.

Die Vereinten Nationen haben den 30. Juli zum Internationalen Tag gegen Menschenhandel erklärt. Der Tag findet in diesem Jahr zum vierten Mal statt.

haz/jj (kna, dpa, ap)