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Aktuell Welt

Panama Papers: Kanzlei stellt Strafanzeige

Die Bürger des Landes sind eher empört über die Bezeichnung "Panama Papers" - doch in der nun als dubios geltenden Anwaltskanzlei Mossack Fonseca dürfte die Empörung ungleich größer sein. Sie versucht einen Gegenschlag.

Die in den veröffentlichten Panama Papers beschuldigte Kanzlei Mossack Fonseca geht strafrechtlich gegen die Verantwortlichen des Datenlecks vor. "Niemandem gefällt es, bestohlen zu werden", teilte ein Sprecher der Anwaltsfirma mit. "Wir werden unser Möglichstes tun, um die Schuldigen zu bestrafen." Das dürften die Anwälte schon ihren bisherigen Mandanten schuldig sein, die nun alle der Steuerhinterziehung und der Geldwäsche verdächtig sind.

"Die Quelle nie gesehen"

Wer ist die Quelle? Die "Süddeutsche Zeitung" hatte berichtet, das Datenmaterial im Umfang von 2,6 Terabyte sei ihr von einer anonymen Quelle zugespielt worden. "Ich habe die Quelle nie gesehen. Wir haben einen verschlüsselten Chat, in dem wir uns austauschen", sagt der Reporter Bastian Obermayer in einem Dokumentationsvideo zu der Recherche. Er habe den Informanten auch ganz direkt gefragt, "warum er das macht - und er sagt, weil er findet, dass das aufhören sollte, was die machen".

Mossack Fonseca geht davon aus, dass der Kanzlei-Server gehackt wurde. "Ein Hackerangriff ist eine Straftat. Ein schweres Verbrechen, das mit Gefängnis bestraft wird", sagte Kanzlei-Teilhaber Ramón Fonseca Mora in einem Fernseh-Interview. Die Firma habe in Panama bereits Strafantrag gestellt, sagte die Chefin der Rechtsabteilung, Sara Montenegro. "Das müssen wir tun, um unsere Kunden zu verteidigen, die auf die eine oder andere Weise betroffen sind."

Ramon Fonseca Mora Direktor und Gründer der Firma Mossack Fonseca

"Ein schweres Verbrechen": Kanzlei-Chef Ramón Fonseca Mora meint damit nicht die Geschäfte seiner Mandanten

"Wir haben einen Verdacht"

Mossack Fonseca meint zu wissen, wer hinter dem Datendiebstahl steckt. "Wir haben einen Verdacht. Wir können dazu aber nicht mehr sagen, weil wir keine Beweise haben", sagte Fonseca Mora. Durch die Berichterstattung über den Fall fühlt sich der Anwalt in ein schlechtes Licht gestellt. Die Geschäfte seien vollkommen legal, und seine Kanzlei halte sich stets an die Regeln. Mossack Fonseca gründe die Kapitalgesellschaften lediglich und verkaufe sie an Zwischenhändler weiter, erklärte er. Ein Kontakt zu den Endkunden bestehe in der Regel nicht. Nach der Veröffentlichung der Panama Papers müssen sich Politiker und Prominente in vielen Ländern nun dagegen wehren, mit Hilfe von Briefkastenfirmen Geld vor dem Fiskus oder Ermittlungsbehörden beiseite geschafft zu haben.

ml/pab (dpa,rtr)