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Politik

Pakistan verurteilt "feigen" US-Angriff

Nach einem angeblichen Angriff des US-Militärs stellt Pakistan die Kooperation beider Länder im Anti-Terrorkampf in Frage. Eine Rakete soll pakistanische Soldaten an der Grenze zu Afghanistan getötet haben.

Ein Mann beugt sich über einen am Bode liegenden Verletzten (11.6.08, Peshawar - Pakistan, Quelle: AP)

Auch Zivilisten sollen unter den Opfern gewesen sein

Die US-Streitkräfte in Afghanistan haben nach Angaben der Regierung in Islamabad bei einem Luftangriff im Grenzgebiet elf pakistanische Soldaten getötet. Dies stelle die Zusammenarbeit der beiden Länder im Kampf gegen den Terror grundsätzlich in Frage, teilten die Streitkräfte am Mittwoch (11.6.08) mit. Der Angriff sei ein "feiger und unprovozierter Akt" gewesen. Die Armee behalte sich das Recht vor, Zivilbevölkerung und Soldaten gegen Angriffe zu verteidigen, hieß es.

Das US-Verteidigungsministerium bestätigte zunächst nur, dass es am Dienstag im Grenzgebiet einen Luftangriff gegeben habe. Aufständische hätten von pakistanischem Gebiet aus Afghanistan angegriffen, daraufhin seien sie von Koalitionstruppen zurückgeschlagen worden, hieß es in Washington. Ranghohe Beamte im Pentagon wollten den angeblichen Zwischenfall wegen der Sensibilität des Themas nicht kommentieren. Pakistan ist ein wichtiger Verbündeter der USA im sogenannten Kampf gegen den Terror.

Auch Zivilisten getötet

Drei Männer, im Hintergrund links eine US-Flagge (27.10.06, Washington, Quelle: AP)

Orientierungslose Anti-Terrorkrieger: Stellt der Angriff die Kooperation zwischen Präsident Musharrafs (l.) Pakistan und den USA unter George Bush (m.) in Frage?

Den pakistanischen Angaben zufolge soll eine Rakete den Grenzposten zerstört haben, in dem sich zum Zeitpunkt des Angriffs mehr als 50 pakistanische Soldaten aufhielten. Afghanische Streitkräfte hätten versucht, auf pakistanischem Gebiet ein Lager zu errichten. Dann seien sie von Stammesführern und pakistanischen Soldaten angegriffen worden, woraufhin es Luftangriffe der US-geführten NATO-Truppen gegeben habe, hieß es.

Ein Sprecher der Taliban-Bewegung, sagte hingegen, 60 bis 100 Kämpfer hätten afghanische und NATO-Truppen angegriffen, die auf pakistanisches Gebiet vorgedrungen seien. Bei den Kämpfen seien auch acht Aufständische getötet und neun weitere verletzt worden. Nach Medienberichten sollen bei Luftangriffen von US-Kampfflugzeugen auf zwei Dörfer auch Zivilisten ums Leben gekommen sein. Fernsehsender zeigten Bilder von Verletzten. Offiziellen Berichten der Koalitionstruppen zufolge gab es am Dienstag Kämpfe zwischen afghanischen Streitkräften und den Taliban. Dabei seien acht Aufständische getötet worden.

Wiederholte Vorwürfe an USA

Die Stammesregionen im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet sind weitgehend rechtlos und gelten als Rückzugsbereich von Terroristen. Über den genauen Hergang der Ereignisse am Dienstag gab es unterschiedliche Angaben, für Journalisten ist die Gegend nicht zugängig. Islamabad hat Washington in der Vergangenheit wiederholt vorgeworfen, im Kampf gegen Kämpfer des Terrornetzwerks El Kaida die Stammesgebiete im Westen Pakistans mit Raketen zu beschießen. (rri)

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