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Politik

Opposition in Bangkok will verhandeln

Nach tagelangen blutigen Kämpfen in der thailändischen Hauptstadt erklärten sich die Oppositionellen zu Gesprächen mit der Regierung bereit. Diese aber will, dass die Proteste vorher beendet werden.

Nattawut Saikur (Mitte), Anführer der Rothemden, teilt den Entschluss seiner Gefolgsleute vor Journalisten mit (Foto: AP)

Nattawut Saikur (Mitte), Anführer der Rothemden, teilt den Entschluss seiner Gefolgsleute vor Journalisten mit

Nach den tagelangen Straßenschlachten zwischen Oppositionellen und der Regierung in Bangkok keimt die vage Hoffnung auf eine friedliche Beilegung des Konflikts. Sie nähmen das Angebot des Senats an, bei Verhandlungen mit der Regierung zu vermitteln, sagte ein Anführer der Rothemden am Dienstag (18.05.2010). Die Protestierer haben sich seit vergangenem Donnerstag in einem Lager im Zentrum von Bangkok verschanzt.

Den anwesenden Journalisten erklärte Nattawut Saikur, man wolle weitere Todesopfer verhindern. Für die Vermittlungsversuche des Senats wollten sie keine Bedingungen stellen. Bislang aber ist der Machtkampf noch nicht ausgestanden. Die Regierung erklärte, erst nach Abbruch der Proteste am Verhandlungstisch teilnehmen zu wollen. Schließlich hätten die Oppositionellen die Eskalation der Gewalt herbeigeführt, sagte Minister Satit Wongnongtoey in einer Fernsehansprache.

Bei den blutigen Auseinandersetzungen zwischen Rothemden und Soldaten waren in den vergangenen Tagen mindestens 38 Menschen ums Leben gekommen. International wuchsen Befürchtungen, die Lage könne sch zu einem Bürgerkrieg ausweiten. Auch an diesem Dienstag kam es vereinzelt wieder zu Zusammenstößen zwischen Soldaten und Demonstranten.

Ein Angebot des Senats

Straße in Bangkok mit protestierenden Oppositionellen und thailändischer Polizei (Fofo: AP)

Fast 40 Menschen kamen bei den Kämpfen ums Leben

Der Senat in Bangkok hatte am Montag angeboten, zwischen den Konfliktparteien zu vermitteln, wenn die Kämpfe eingestellt würden. Zuvor war ein weiteres Ultimatum der Regierung an die Opposition abgelaufen, das besetzte Gebiet im Herzen der Hauptstadt zu räumen. Die schätzungsweise 5000 Regierungsgegner, die sich in dem mit Barrikaden geschützten Camp aufhalten, weigerten sich aber, der Forderung nachzukommen.

Auch in zahlreichen anderen Gebieten der Innenstadt außerhalb der Barrikaden wurde am Montag gekämpft. Die Truppen schossen mit scharfer Munition auf die Rothemden. Diese wiederum steckten Reifen in Brand, um ihre Stellungen zu halten. Über dem Zentrum der Millionenmetropole hingen dicke Rauchschwaden.

Tempel und Kirchen bieten Zuflucht

Zahlreiche Menschen suchten Schutz in Kirchen und Tempeln. In den buddhistischen Tempel Pathum Wanaram hatten sich am Montag laut thailändischen Medien Hunderte Menschen, vor allem Frauen und Kinder, geflüchtet. Auch eine katholische Kirche in unmittelbarer Nähe des Zentrums biete Personen Unterschlupf.

Rauchwolke über Bangkok(Foto: AP)

Vielerorts in Bangkok stiegen am Montg Rauchwolken auf

Die Stadtverwaltung Bangkoks teilte mit, sie habe drei Schulen für die Aufnahme von Flüchtlingen bereitgestellt. Auch die Krankenhäuser der Hauptstadt seien in Alarmbereitschaft versetzt worden, meldete die englischsprachige thailändische Zeitung "Nation".

Weiterer Appell der UN

Die Konfrontation begann Mitte März, als mehrere Zehntausend Menschen aus verarmten Dörfern in die Hauptstadt strömten und den Rücktritt der Regierung von Ministerpräsident Abhisit Vejjajiva forderten. Diese kam der Protestbewegung zunächst entgegen und erklärte sich zu Neuwahlen bereit. Eine Einigung scheiterte aber schließlich an Detailfragen.

Soldaten vor Absperrungen in Bangkok (Foto: AP)

Die Armee hat das Stadtviertel, in dem sich die Rothemden versammelt haben, weiträumig abgesperrt

In dem sich daraufhin eskalierenden Konflikt hatte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon zuletzt beide Konfliktparteien nochmals zur Zurückhaltung aufgerufen. Die Vereinten Nationen seien zur Vermittlung bereit, könnten aber nur auf Bitten der Regierung aktiv werden. Das hat Ministerpräsident Abhisit Vejjajiva bislang kategorisch abgelehnt. Thailand könne seine Probleme selbst lösen, erklärte er.

Autorin: Eleonore Uhlich (apn,dpa,kna,rtr)
Redaktion: Annamaria Sigrist

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