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Wirtschaft

OHB erfolgreich im Weltraum

Das mittelständische Unternehmen aus Bremen hat die mächtige Konkurrenz schon mehrfach aus dem Feld geschlagen und ihr Großaufträge vor der Nase weggeschnappt. Raumfahrttechnologie von OHB ist sehr gefragt.

Computersimulation des Navigationssystems Galileo(Foto: OHB)

So soll es aussehen: das Navigationssystem Galileo

Erst im Januar 2010 war OHB dem großen Rivalen EADS vorgezogen worden, und wurde als Lieferant für den Bau von 14 Satelliten für das europäische Navigationssystem "Galileo" ausgesucht. "Wir sind ein mittelständischen Familienunternehmen mit flacher Hierarchie und wenig Overhead-Kosten", beschreibt Firmensprecher Steffen Leuthold eines der Erfolgsgeheimnisse von OHB. "Das heißt, unsere Stundensätze, die in solche Angebote einfließen, sind bis zu 30 Prozent günstiger als die des Konkurrenten. Das drückt den Gesamtpreis enorm."

Satellit im Weltraum über der Erde (Foto: OHB)

Galileo-Satelliten sollen weltweit Daten zur genauen Positionsbestimmung liefern

1.600 Mitarbeiter beschäftigt das Bremer Raumfahrtunternehmen. Der Jahresumsatz liegt derzeit bei rund 300 Millionen Euro. Während der Umsatz kräftig steigt, bleibt die Zahl der Beschäftigten konstant. OHB habe das Kernteam bereits im Haus, sagt Leuthold. Das Unternehmen sei nach wie vor mittelständisch und werde auch jetzt nicht so unglaublich weiter wachsen, dass es in absehbarer Zeit aus dem Mittelstand verschwinde. "Im Gegenteil: wir wollen die mittelständischen Strukturen in unserem Denken und Handeln erhalten, weil sie uns so flexibel machen in unseren Tätigkeiten." OHB habe Führung und Projekte komplett in einem Haus, betont Leuthold. "Das macht uns so unglaublich attraktiv für einen Wettbewerb in Europa."

Otto Hydraulik Bremen

Der Hauptsitz von OHB Technology in Bremen (Foto: AP)

Der Hauptsitz von OHB in Bremen

OHB hat 1958 als Otto Hydraulik Bremen begonnen und ist heute eines der führenden Unternehmen in der Satellitentechnologie – eine Erfolgsgeschichte für den Raumfahrtstandort Bremen. Auch Astrium ist hier vertreten. Am Flughafen der Hansestadt fertigt die EADS-Tochter Teile der Ariane-Rakete. Dass OHB den mächtigen Großkonzern bei der Bewerbung um lukrative Aufträge bereits mehrfach aus dem Feld schlagen konnte, überraschte zunächst auch den Wirtschaftsprofessor Rudolf Hickel von der Universität Bremen. "OHB nutzt eben die Flexibilität eines Familienbetriebs und kann differenzierter kalkulieren." Hickel ist sich sicher, dass die günstigeren Angebote von OHB nicht auf Dumpingpreisen fußen. "Wenn doch, dann wäre das eine Tragödie. Denn dann müssten eventuell Nachforderungen gestellt werden."

EADS als Subunternehmen

Vor zwei Jahren, erinnert sich Rudolf Hickel, sei OHB dabei gewesen, einen schweren Fehler zu begehen. Drei Produktionsstandorte des Flugzeugbauers Airbus, pikanterweise auch ein EADS-Ableger, wollte die Bremer Firma übernehmen. Jedoch fand OHB keinen Finanzinvestor, der das nötige Kapital für die Übernahme bereitstellte. Das erwies sich im Nachhinein als glücklicher Umstand. In der Unternehmenszentrale von OHB laufen nun die Vorbereitungen auf Hochtouren. Mit der Fertigung der 14 Galileo-Satelliten sind die Bremer auf Jahre ausgebucht. Teile werden nach außen vergeben, bestätigt, Firmensprecher Steffen Leuthold. Und EADS könnte durchaus zu den Unterauftragsnehmern gehören. "Das Preis-Leistungs-Verhältnis muss stimmen am Ende, dann sind sie unser Partner."

Autor: Godehard Weyerer

Redaktion: Klaus Ulrich

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