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Aktuell Asien

Obama will stufenweisen Abzug aus Afghanistan

Präsident Obama wird mit seinen Plänen für das Kriegsende in Afghanistan konkret. Vorübergehend sollen noch 9800 US-Soldaten am Hindukusch bleiben. Zum Ende seiner Amtszeit 2016 soll der Truppenabzug abgeschlossen sein.

Nach dem geplanten Ende ihres Afghanistan-Kampfeinsatzes in diesem Jahr wollen die USA zunächst noch 9.800 Soldaten in dem Land belassen. Bis Ende 2016 sollen dann aber so gut wie alle Soldaten abziehen, wie US-Präsident Barack Obama in Washington bekannt gab.

Amerikas längster Krieg wird beendet

"Dieses Jahr bringen wir Amerikas längsten Krieg zu einem verantwortungsvollen Ende", meinte der US-Präsident und setzte fort: "Die Amerikaner haben gelernt, dass es schwieriger ist, einen Krieg zu beenden, als einen anzufangen." Nach einem Jahrzehnt Krieg im Irak und in Afghanistan sei es nun an der Zeit, ein neues Kapitel aufzuschlagen. Afghanistan werde nach dem Abzug der internationalen Truppen "kein perfekter Ort" sein. Es sei aber auch "nicht Amerikas Verantwortung", das Land zu einem solchen zu machen, stellte Obama klar.

Als er 2009 das Präsidentenamt übernahm, hätten 180.000 US-Soldaten im Irak und in Afghanistan gekämpft. Derzeit sind nach seinen Worten noch rund 32.000 US-Soldaten in Afghanistan stationiert.

Obama erläutert sein Afghanistan-Konzept (Foto: rtr)

Obama erläutert sein Afghanistan-Konzept

Die nach 2014 verbleibenden US-Soldaten sollen - wie seit längerem bekannt - gemeinsam mit NATO-Kräften und anderen Partnern afghanische Sicherheitstruppen ausbilden und den Kampf gegen das Terrornetzwerk Al-Kaida unterstützen. Ende 2016 soll dann die amerikanische Truppenpräsenz im Land laut Obama auf den Schutz der US-Botschaft in Kabul reduziert werden.

Eine entscheidende Unterschrift fehlt noch

Zur Umsetzung dieses Konzepts ist jedoch das Sicherheitsabkommen mit Afghanistan erforderlich. Die zwischen Washington und Kabul mühsam ausgehandelte, aber noch nicht unterschriebene Vereinbarung ist am Hindukusch umstritten, weil sie unter anderem vorsieht, dass sich US-Soldaten bei Vergehen nur in ihrer Heimat vor Gericht verantworten müssen.

Afghanistans Präsident Hamid Karsai weigert sich, das Abkommen zu unterzeichnen. Er will dies seinem Nachfolger überlassen. Am 14. Juni entscheiden die Afghanen in einer Stichwahl zwischen dem früheren Außenminister Abdullah Abdullah und dem ehemaligen Weltbank-Ökonom Aschraf Ghani über ihren neuen Präsidenten.

An diesem Mittwoch wird der US-Präsident noch eine Grundsatzrede zur amerikanischen Außenpolitik halten. In der Militärakademie West Point wolle Obama erläutern, wie er sie "breiter" anlegen werde, berichtet die "New York Times". Damit wolle er Kritik begegnen, dass die USA ihre Führungsrolle aufgegeben hätten und konzeptlos von einer Krise zur nächsten schlingerten. Der Präsident werde bekräftigen, dass es einen Mittelweg zwischen Isolationismus und militärischer Intervention gebe.

se/wa/re (rtr, afp, ap)