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Amerika

Obama will El Kaida "zur Rechenschaft" ziehen

Barack Obama hat erstmals direkt El Kaida für den Anschlagsversuch von Detroit verantwortlich gemacht. Das Terrornetzwerk habe den Täter ausgebildet und vorbereitet. Der US-Präsident kündigte Konsequenzen an.

US-Präsident Barack Obama (Foto: dpa)

Der Attentäter Umar Faruk Abdulmutallab (Foto: AP)

Der Nigerianer Umar Faruk Abdulmutallab: Im Jemen ausgebildet und vorbereitet

In seiner wöchentlichen Rundfunk- und Videoansprache kündigte US-Präsident Barack Obama am Samstag (2.1.2010) an, dass die USA den regionalen Ableger des Terrornetzwerks, die El Kaida auf der Arabischen Halbinsel, für den gescheiterten Anschlag zur Rechenschaft ziehen würden. Sein Land sei im Krieg mit dem "weitverzweigten Netzwerk der Gewalt und des Hasses". Man werde alles tun, sich zu verteidigen, so Obama.

Mit Blick auf den Attentäter sagte Obama: "Wir wissen, dass er in den Jemen reiste, ein von erdrückender Armut und tödlicher Aufruhr erfasstes Land." Der Mann habe offenbar ein El-Kaida-Mitglied getroffen und sei dann von dem Terrornetzwerk im Jemen ausgebildet und vorbereitet worden.

Bisher sahen die USA nur "Verbindungen" zu El Kaida

Detroit Metro Airport in Michigan (Foto: AP)

Der Detroit Metro Airport

Bislang hatten US-Vertreter nicht von einer direkten Verantwortung der El Kaida für den Anschlagsversuch, sondern lediglich von "Verbindungen" gesprochen.

Der Nigerianer Umar Faruk Abdulmutallab hatte am ersten Weihnachtsfeiertag versucht, eine US-Passagiermaschine mit fast 300 Menschen an Bord im Landeanflug auf Detroit in die Luft zu sprengen. Erst durch das Eingreifen von Passagieren wurde er gestoppt. Zu dem Anschlagsversuch bekannte sich später El Kaida.

Krisenkonferenz am Dienstag

Das CIA-Hauptquartier in Langley (Foto: dpa)

Im Zentrum von Barack Obamas Kritik: Der Auslands-Geheimdienst CIA

Am Donnerstag erhielt Obama die vorläufigen Ergebnisse der von ihm angeordneten Prüfung von Hintergründen und Sicherheitssystemen. Dabei sollte ermittelt werden, weshalb die Geheimdienste verschiedene Warnsignale über den 23-jährigen Attentäter nicht miteinander in Verbindung brachten.

Zuvor hatte der US-Präsident den eigenen Geheimdiensten eine heftige Rüge erteilt und "eine Mischung aus menschlichen Fehlern und Systemfehlern" dafür verantwortlich gemacht, dass das Flugzeug beinahe zum Absturz gebracht worden wäre.

Am nächsten Dienstag will sich Obama in Washington mit den Chefs der verantwortlichen Behörden treffen. Dabei sollen weitere Sicherheitsmaßnahmen beraten werden.

Autor: Michael Borgers (afp, dpa, rtr)
Redaktion: Ursula Kissel

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