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Aktuell Amerika

Obama nimmt sich auf die Schippe

Es ist ein alljährliches großes Schaulaufen der Stars aus Hollywood und der Medienszene in Washington - das Galadinner des Pressekorps des Weißen Hauses. Vom Präsidenten werden Witz und Ironie verlangt.

Und Barack Obama gab dem Affen Zucker. In Anspielung auf die gegen ihn gerichteten Kampagnen und Diffamierungen rechter Kreise gestand der US-Präsident den rund 2700 Gästen im Washingtoner Hilton Hotel: "Wenn ich in diesen Tagen in den Spiegel schaue, muss ich zugeben: Ich bin nicht mehr der stramme junge muslimische Sozialist, der ich einmal war."

Michelle Obama beim Korrespondenten-Dinner (Foto: Reuters)

Michelle Obama beim Korrespondenten-Dinner

Er habe eingesehen, so der 51-Jährige, dass mit Beginn seiner zweiten Amtszeit eine Energiespritze nötig sei. Was also tun? "Ich habe einen von Michelles Tricks versucht", verriet Obama mit Blick auf die neue Frisur, die sich die First Lady rechtzeitig zur zweiten Amtseinführung im Januar zugelegt hatte. Gezeigt wurde den Dinner-Gästen dann im Großformat ein Bild von Obama mit Pony in der Stirn.

Derlei Ulk und Selbstironie haben Tradition bei dieser Veranstaltung. Geradezu legendär ist der Auftritt von Laura Bush, der Ehefrau des damaligen Präsidenten George W. Bush im Jahre 2005.

Mit Blick auf die Fernsehserie "Desperate Housewives" beklagte die First Lady, sie sei eine "verzweifelte Hausfrau" und schaue "Desperate Housewives" während ihr Mann, der Präsident, um neun Uhr Abends neben ihr schlafe.

Mit Blick auf den Terroranschlag in Boston und die Explosion einer Fabrik in Texas schlug Obama diesmal aber auch ernstere Töne an. Es seien sehr schwere Tage für zu viele Menschen gewesen, sagte der US-Präsident. Er erinnerte zugleich an die Hilfsbereitschaft und Selbstlosigkeit der Bürger, die Licht in die Dunkelheit dieser Tragödien gebracht hätten.

Arbeitsplätze für Päpste

Wie jedes Jahr gaben sich bei der Gala Hollywood-Stars in Scharen ein Stelldichein - von Sharon Stone über Michael Douglas bis hin zu Steven Spielberg. Hauptredner neben Obama war Fernseh-Talkshow-Gastgeber Conan O'Brien. Er bescheinigte dem Präsidenten immerhin, erfolgreich bei der Arbeitsplatzbeschaffung zu sein: In seiner Amtszeit habe sich die Zahl der Päpste verdoppelt.

wl/uh (dpa)