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Amerika

Obama baut neues Vertrauen in die USA auf

Das Image der USA hat sich seit dem Amtsantritt von Präsident Barack Obama in weiten Teilen der Welt deutlich verbessert. Besonders in Deutschland. Nur ein Land schert aus diesem Trend aus: Israel.

Obama vor US-Fahne (Foto: AP)

Sympathieträger: Barack Obama

Deutschland und die USA sind in den Jahren der Bush-Regierung einander fremd geworden. Sogar Anti-Amerikanismus wurde den Deutschen nachgesagt. Doch das Pendel der deutsch-amerikanischen Beziehungen schwingt offensichtlich wieder zurück. Und das hat einen Grund: Barack Obama ist anscheinend dabei, im Ausland neues Vertrauen in die USA aufzubauen. Insgesamt halten vor allem die Westeuropäer nach der Wahl Obamas zum neuen US-Präsidenten wieder viel mehr von den USA als Nation und vom amerikanischen Volk. Das besagt eine am Donnerstag (23.07.2009) in Washington veröffentlichte Umfrage des renommierten Pew Research Centers. Es befragte von Mai bis Juni 27.000 Menschen in 24 Ländern und in den Palästinensergebieten zu ihrem Amerikabild.

Für die Statistiker ist klar: Es gab die größten Sympathiezuwächse für die USA in Frankreich und Deutschland. Zwei Länder, in denen sich das Image der führenden Weltmacht während der acht Jahre unter Präsident George W. Bush deutlich verschlechtert hatte. Der Erhebung zufolge haben jetzt 70 Prozent der Franzosen und 64 Prozent der Deutschen eine gute Meinung von den Vereinigten Staaten. Das ist jeweils eine Zunahme um ein Drittel im Vergleich zum vergangenen Jahr.

Arabische Staaten bleiben skeptisch

Sarkozy und Merkel im Profil (Foto: dpa)

Obama wird außenpolitisch mehr zugetraut als Sarkozy und Merkel

Obama genießt laut der Studie in Deutschland auch ein erheblich größeres Vertrauen bei der Bewältigung der außenpolitischen "Baustellen" als Bundeskanzlerin Angela Merkel. Ähnlich wie Merkel geht es in Frankreich auch dem französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy.

Die Sympathiewerte schnellten auch in Großbritannien, Spanien, Argentinien, Mexiko und der muslimischen Nation Indonesien deutlich nach oben. Obama hat intensive familiäre Verbindungen zu Indonesien.

Skepsis gegenüber dem US-amerikanischen Kurs herrscht allerdings trotz des neuen Präsidenten in anderen Teilen der muslimischen Welt: In Ägypten, Jordanien und dem Libanon verbesserte sich das Bild der USA nur gering. Auch in den Palästinensergebieten gab es nur einen Symphatie-Zuwachs um zwei Prozent, aber mit 15 Prozent blieb die Zahl der Einwohner mit einer guten Meinung von den USA weiter niedrig, ebenso in Pakistan mit 16 Prozent.

Ausreißer Israel

Israel war der Umfrage zufolge das einzige Land, in dem sich das US-Image deutlich verschlechterte - offensichtlich angesichts einer wachsenden Skepsis gegenüber Obamas Nahost-Friedensplänen und der Bereitschaft des Präsidenten zum Dialog mit dem Iran. Hatten im vergangenen Jahr noch 78 Prozent eine gute Meinung von den USA, sind es nun 71 Prozent.

"Obamania" sorgt für Symphatie-Schub

Moore mit Filmplakat (Foto: AP)

In den USA nicht unumstritten: der Filmemacher Michael Moore

Der Sympathieverlust der Amerikaner in Deutschland während der Bush-Jahre wurde registriert: Viele US-Amerikaner spotteten über die Michael-Moore-Liebe der Deutschen, dessen Bücher und Filme aus ihrer Sicht in Deutschland wie Offenbarungen rezipiert wurden. Für Verwunderung sorgte auch die Tatsache, wie viele Menschen in Mitteleuropa der Verschwörungstheorie anhängen, nicht Osama bin Laden habe die Attentate vom 11. September 2001 eingefädelt, sondern die CIA. Die atlantischen Alliierten betrachteten sich in den Bush-Jahren mit zunehmender Skepsis. Die allgemeine "Obomanie" scheint aus Fremden wieder Freunde machen zu können. (mbö/mas/dpa)

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