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Politik

Obama auf Kurzbesuch im Irak

Der Präsidentschaftsbewerber der US-Demokraten will sich dort wie zuvor bereits in Afghanistan und Kuwait einen Überblick über die Lage verschaffen.

Obama stehend vor einem Pult mit der Aufschrift ' Das Blatt im Irak wenden' (dpa)

Obama will das Blatt im Irak wenden

Zum zweiten Mal nach 2006 besucht der Senator aus Illinois den Irak - damals kam er wie jetzt mit weiteren Kongressmitgliedern, um sich ein Bild von der aktuellen Lage zu machen. Direkt nach seiner Ankunft traf er sich mit Regierungschef Nuri al-Maliki, um mit ihm unter anderem über seinen Plan eines kompletten US-Truppenabzugs zu sprechen. Obama hatte in seiner außenpolitischen Rede in der vergangenen Woche angekündigt, im Falle eines Wahlsiegs bei der Präsidentenwahl im November werde er die amerikanischen Soldaten aus dem Irak abziehen. Sein republikanischer Widersacher John McCain warf Obama daraufhin vor, er habe - anders als er selber - keinen rechten Überblick, weil er nur einmal in dem Zweistromland gewesen sei.

Abzug bis Sommer 2010

Obama hatte in seiner Rede in Washington in der vergangenen Woche klar gemacht, dass es nach fünf Jahren und angesichts von mehr als 4100 getöteten US-Soldaten an der Zeit sei, die Sicherheitsverantwortung komplett in die Hände der Iraker zu legen. In Etappen sollten die derzeit noch 146.000 US-Soldaten bis Sommer 2010 abziehen. Das El Kaida-Terrornetzwerk müsse nicht im Irak, sondern in Afghanistan bekämpft werden.

Diese Absicht stößt im Irak selbst auf ein geteiltes Echo. Die Nachrichtenagentur Reuters stellte in Interviews fest, dass Obama grundsätzlich wegen seiner Hautfarbe und seines familiären Hintergrunds (seine Mutter ist Weiße, sein Vater Schwarzer) mehr Vertrauen in der Bevölkerung genießt. Er würde die Probleme besser verstehen. Andere Befragte bezeichneten den Abzugsplan als unrealistisch. Die einheimischen Kräfte seien noch nicht so fit, die Sicherheit im Lande alleine aufrecht zu erhalten.

Mehrere Personen halten US-Flagge über dem Sarg eines im Irak getöteten Soldaten (dpa)

Beerdigung eines im Irak gefallenen US-Soldaten

Obamas Gegenkandidat, John McCain, liegt auf der Linie von Präsident George W. Bush: Kein baldiger Truppenabzug. McCain hatte 2003 - anders als Obama - für den Irak-Krieg gestimmt. Zuletzt machte er deutlich, die Sicherheitslage im Land habe sich unter anderem durch die Aufstockung der Truppen 2007 deutlich verbessert; die etwa 30.000 Mann sind inzwischen wieder abgezogen. Außerdem müsse anhand der aktuellen Sicherheitslage entschieden werden und nicht auf der Grundlage eines Zeitplans.(hy)

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