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Giftattacke

Nordkorea weist Malaysias Botschafter aus

Pjöngjang und Kuala Lumpur handhaben die Diplomatie wie ein Schachspiel: Im Mordfall Kim Jong Nam folgt auf jeden Zug der passende Gegenzug. Die jüngste Maßnahme ist ein weiterer Schritt Richtung Eiszeit.

Malaysia nordkoreanischer Botschafter Kang Chol (Reuters/L. Seng Sin)

Blitzlichtgewitter vor dem Abflug: Nordkoreas ausgewiesener Botschafter in Kuala Lumpur, Kang Chol (Mitte)

Nach dem Mord am Halbbruder des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un verschärft sich die diplomatische Krise zwischen Kuala Lumpur und Pjöngjang. Nachdem Malaysia den nordkoreanischen Botschafter ausgewiesen hatte, forderte auch Pjöngjang den malaysischen Botschafter auf, die Koffer zu packen.

Unterdessen griff der nordkoreanische Botschafter Kang Chol kurz vor seine Ausreise die malaysischen Behörden nochmals an. Er bezeichnete die Ermittlungen in dem Land zur Ermordung von Kim Jong Nam als "voreingenommen". Die Behörden hätten eine Autopsie der Leiche ohne "Zustimmung und Anwesenheit der nordkoreanischen Botschaft" vorgenommen. Der Regierung in Kuala Lumpur hatte er bereits vor kurzem vorgeworfen, mit "feindlichen Mächten" zusammenzuarbeiten.

"Persona non grata"

Die malaysische Regierung hatte für diese Äußerungen eine Entschuldigung von Pjöngjang gefordert, laut Außenministerium aber nicht erhalten. Deshalb wurde der Botschafter aufgefordert, das Land zu verlassen. Im Gegenzug erklärte Pjöngjang nun den malaysischen Botschafter zur "Persona non grata". Der Diplomat müsse Nordkorea binnen 48 Stunden verlassen, berichtet die staatliche Nachrichtenagentur KCNA.

Malaysia Botschaft Nordkoreas in Kuala Lumpur | Protest (Reuters/A. Perawongmetha)

Die nordkoreanische Botschaft in Malaysias Hauptstadt Kuala Lumpur (Archivbild)

Der 45-jährige Kim Jong Nam, Halbbruder des nordkoreanischen Machthabers, war am 13. Februar am Flughafen von Kuala Lumpur mit der hochgiftigen Substanz VX ermordet worden. Die Ermittler verdächtigen acht Nordkoreaner, an dem Anschlag beteiligt gewesen zu sein. Der einzige von ihnen, der bislang festgenommen wurde, Ri Jong Chol, war mangels Beweisen am Freitag freigelassen worden. Zwei Frauen aus Vietnam und Indonesien, die das Attentat verübt haben sollen, sitzen in Malaysia bereits in Haft.

jj/wl (dpa, afp, rtr)

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