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Nach dem Mord an Kim Jong Nam

Malaysia weist Botschafter Nordkoreas aus

Nach der Ermordung eines Halbbruders von Machthaber Kim Jong Un in Kuala Lumpur nehmen die Spannungen zwischen Malaysia und Nordkorea weiter zu. Der Fall bleibt rätselhaft.

Malaysia Mordfall Kim Jong Nam (picture-alliance/Kyodo)

"Persona non grata" in Malaysia: Botschafter Kang Chol

Eine Woche nach dem mysteriösen Mordfall auf dem Flughafen von Kuala Lumpur hatte man den diplomatischen Vertreter des kommunistischen Nordkoreas schon einmal ins malaysische Außenministerium einbestellt. Seine Anschuldigungen gegen Malaysia und seine Polemik gegen die Ermittlungen nach der Ermordung eines Verwandten von Machthaber Kim Jong Un wurden damals als "grundlos" zurückgewiesen. Nun erklärte die malaysische Regierung den nordkoreanischen Repräsentanten zur unerwünschten Person. Botschafter Kang Chol muss endgültig seine Koffer packen, "innerhalb von 48 Stunden".

Keine Entschuldigung aus Pjöngjang  

Das malaysische Außenministerium teilte mit, möglicherweise sei das Staatsgebiet Malaysias für "illegale Aktivitäten" genutzt worden. Von der Führung in Pjöngjang sei eine Entschuldigung verlangt worden, aber es habe keine Antwort gegeben. Man werde sich allen Beleidigungen entschieden widersetzen und die Reputation Malaysias verteidigen. Premierminister Najib Razak nannte die Kommentare Kang Chols "diplomatisch unhöflich". 

Der Botschafter hatte wiederholt von einer Verschwörung gegen sein Land gesprochen und die Aufklärungsarbeit der malaysischen Behörden zu dem Attentat mehrfach als "unglaubwürdig" abgetan. 

Mutmaßlich Kim Jong Nam, Bruder von Nordkoreas Diktator Kim Jong Un (picture alliance/AP Photo/S. Kambayashi/W. Maye)

Der ermordete Kim Jong Nam (l.) und Staatschef Kim Jong Un

Acht Nordkoreaner unter Verdacht 

Mitte Februar war der 45-jährige Kim Jong Nam, ein Halbbruder des nordkoreanischen Machthabers, unter noch ungeklärten Umständen umgebracht worden. Die Ermittler verdächtigen acht Nordkoreaner, an dem Anschlag beteiligt gewesen zu sein. Die Attentäter töteten den Mann mit dem Nervengift VX, das als Massenvernichtungswaffe eingestuft wird.

Gegen einige Verdächtige wurde inzwischen Anklage wegen Mordes erhoben. Bei einem Schuldspruch droht ihnen die Todesstrafe. Nordkorea hat bislang weder die Identität des Opfers noch die Ergebnisse der Autopsie oder die Polizeiermittlungen anerkannt. Die Beziehungen zwischen den beiden asiatischen Staaten verschlechterten sich seit dem Angriff rapide.

SC/qu (afp, APE, rtre)

  

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