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Raketentest

Nordkorea provoziert weiter

Die harschen Worte aus Washington sind kaum verklungen, da feuert das Regime in Pjöngjang erneut eine Rakete ab. Und verstößt damit schon wieder gegen Resolutionen des UN-Sicherheitsrates.

Nordkorea provoziert mit weiterem Raketentest (Getty Images/AFP/Str.)

Raketenstart in Nordkorea (Propaganda-Archivbild der nordkoreanischen Agentur KCNA)

Das Geschoss sei aus einer Region nördlich der Hauptstadt Pjöngjang abgefeuert worden, berichtet die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf das Militär. Der Flugkörper sei jedoch schon Sekunden nach dem Start explodiert. Damit habe sich Machthaber Kim Jong Un auch über die Wünsche Chinas hinweggesetzt, sagte US-Präsident Donald Trump am Abend. Nordkorea treibt trotz internationaler Kritik und verschärfter UN-Sanktionen sein Atom- und Raketenprogramm voran.

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Trump: Rakententest "respektlos" gegenüber China

Von einem "großen Konflikt" mit "katastrophalen Konsequenzen" hatte wenige Stunden zuvor US-Außenminister Rex Tillerson bei einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats in New York gesprochen. "Ich fordere den Rat auf, zu handeln, bevor Nordkorea es tut." Auch Trump hat mehrfach die Gefahr eines "großen, großen Konflikts mit Nordkorea" betont. Er kündigte bereits ein härteres Vorgehen gegen Nordkorea an und schloss auch einen Angriff nicht aus.

"Hohe Alarmstufe"

US-Außenminister Tillerson fordert eine neue Strategie, um Nordkorea dazu zu bringen, sein Nuklearprogramm aufzugeben. Alle UN-Mitgliedsstaaten müssten "ab sofort" bereits bestehende Sanktionen gegen Nordkorea besser umsetzen, das Land darüber hinaus weiter "finanziell isolieren" und alle diplomatischen Beziehungen "aussetzen oder herunterstufen". Wer sich nicht daran halte, dem droht Washington ebenfalls mit Sanktionen.

Nordkorea Kim Jong Un (picture-alliance/Jiji Press/M. Matsutani)

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un

Die USA gehen davon aus, dass Peking großen Einfluss auf Nordkorea hat, auch weil rund 80 Prozent des nordkoreanischen Außenhandels über China läuft. Der chinesische Außenminister Wang Yi brachte erneut die Wiederaufnahme von diplomatischen Gesprächen ins Spiel. "Jetzt ist die Zeit, sich ernsthaft zu überlegen, die Gespräche wiederaufzunehmen", sagte Wang. Er betonte, bei dem Thema sei eine "hohe Alarmstufe" erreicht. China habe bei der Lösung des Problems zwar eine "besondere Rolle", aber der Schlüssel liege nicht in seinem Land. Auch Tillerson betonte, dass er eine diplomatische Lösung vorziehe, aber "alle Optionen" auf dem Tisch bleiben müssten.

Kein Engagement der NATO

NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg schloss eine Beteiligung des Militärbündnisses im Konflikt mit Nordkorea aus. "Ich habe vergangene Woche viele Stunden im Weißen Haus verbracht, und ich kann versichern, dass es keinerlei Debatte über die Rolle der NATO hinsichtlich Nordkorea gab", sagte Stoltenberg der "Welt am Sonntag".

Der NATO-Chef warf der nordkoreanischen Führung vor, mit ihrem Vorgehen die gesamte Region zu destabilisieren. "Die NATO verurteilt Pjöngjangs unverhohlenen und anhaltenden Verstoß gegen UN-Resolutionen", sagte der ehemalige norwegische Ministerpräsident. "Unser stärkster Verbündeter, die USA, sind jetzt in der Region aktiv, sie haben Truppen in Südkorea und bauen jetzt ein THAAD-Raketenabwehrsystem dort auf."

Die Waffen klirren auf beiden Seiten

Die USA befürchten, dass Nordkorea bei seinem Atom- und Raketenprogramm größere Fortschritte gemacht hat als bislang angenommen und nordkoreanische Atomraketen eines Tages das amerikanische Festland erreichen könnten. Pjöngjang unterstellt den USA regelmäßig, durch die gemeinsamen Militärmanöver mit Südkorea einen Angriff vorzubereiten, was beide Länder aber bestreiten.

Seit Mittwoch baut das US-Militär an einem umstrittenen Raketenabwehrsystem in Südkorea. Die USA haben auch einen Flugzeugträger in die Region und ein Raketen-U-Boot in den südkoreanischen Hafen Busan entsandt.

rb/kle (afp, ap, dpa, rtr)

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