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Der Konflikt mit Nordkorea

Tillerson warnt vor Attacken Nordkoreas auf Seoul und Tokio

Vor dem Weltsicherheitsrat schließt US-Außenminister Tillerson deshalb ein militärisches Vorgehen gegen Nordkorea nicht aus. Bei weiteren Raketen- oder Atomtests Pjöngjangs müssten "alle Optionen" auf den Tisch.

US-Außenminister Rex Tillerson hat vor nordkoreanischen Angriffen auf die Millionenmetropolen Seoul und Tokio gewarnt. Die Gefahr sei real, sagte Tillerson in einer Sitzung des UN-Sicherheitsrates in New York. Das Gremium müsse handeln bevor Nordkorea handele. Der Minister forderte konkret, die bestehenden Sanktionen gegen die Regierung in Pjöngjang vollständig umzusetzen und die diplomatischen Beziehungen zu dem kommunistischen Land einzuschränken oder auszusetzen.#

Das Regime in Pjöngjang treibe die Region und die ganze Welt mit jedem weiteren Raketentest in einen größeren Konflikt, betonte Tillerson. Bis Nordkorea auch US-Festland treffen könnte, sei es nur noch eine Frage der Zeit. Wenn man diese drängenden Probleme jetzt nicht angehe, drohten "katastrophale Konsequenzen". Notfalls sei man auch zu einem Militäreinsatz bereit.

Der chinesische Außenminister Wang Yi vor dem Weltsicherheitsrat (picture-alliance/AP Photo/M. Altaffer)

Chinas Ressortchef Wang Yi war deutlich um verbale Abrüstung bemüht

Der chinesische Außenminister Wang Yi warnte dagegen vor einer militärischen Reaktion. Dies löse nicht das Problem und werde "nur zu größeren Katastrophen" führen, sagte Wang. Peking ist der engste Verbündete Pjöngjangs. Der russische Vizeaußenminister Gennadi Gatilow befürchtet eine Verschlechterung der humanitären Lage durch Strafmaßnahmen. Sanktionen gegen Nordkorea dürften kein Selbstzweck sein, "sondern ein Instrument, um das Land für konstruktive Verhandlungen zu gewinnen", sagte Gatilow. Nur mit Strafmaßnahmen sei der Konflikt nicht zu lösen. Zugleich betonte der russische Diplomat, Nordkorea werde von seinem Atomprogramm nicht loslassen, solange es sich bedroht fühle. So nehme die Führung in Pjöngjang die regelmäßigen großen Manöver der USA und Südkoreas als Bedrohung wahr.

Trump: Kann Kim Jong Un nur schwer einschätzen 

Auch US-Präsident Donald Trump warnte in einem Reuters-Interview vor einer militärischen Eskalation. "Es besteht die Möglichkeit, dass wir am Ende einen großen, großen Konflikt mit Nordkorea haben." Die Regierung in Pjöngjang führt immer wieder Atomtests durch und erprobt Raketen. Dies verstößt gegen UN-Resolutionen. Er strebe beim nordkoreanischen Atom- und Raketenprogramm zwar weiter eine diplomatische Lösung an, so Trump in dem Interview weiter. Doch sei dies sehr schwierig. Machthaber Kim Jong Un könne er nur schwer einschätzen. Der US-Präsident wörtlich: "Ich hoffe, dass er vernünftig ist."

Tillerson hatte am Mittwoch zusammen mit Verteidigungsminister Jim Mattis und Geheimdienstdirektor Dan Coats angekündigt, dass die USA die kommunistische Führung in Pjöngjang durch diplomatischen Druck und gegebenenfalls auch weitere Wirtschaftssanktionen zur Deeskalation bewegen wollten. Nordkorea hat seit 2006 fünf Atomwaffentests vorgenommen, davon zwei im vergangenen Jahr. Zugleich arbeitet die Führung in Pjöngjang an der Entwicklung von Langstreckenraketen, mit denen atomare Sprengköpfe bis in die Vereinigten Staaten getragen werden könnten.

Auswärtiges Amt rät von nicht zwingend notwendigen Reisen ab 

Angesichts der zunehmenden Spannungen rät das Auswärtige Amt dringend von allen nicht erforderlichen Reisen nach Nordkorea ab. "Deutschen Staatsangehörigen, die sich dennoch weiter in Nordkorea befinden, wird dringend empfohlen, sich in die Krisenvorsorgeliste einzutragen", heißt es auf der Internetseite des Ministeriums. Nordkorea zählt zu den am stärksten abgeschotteten Ländern der Welt. Der Reiseverkehr von Deutschland in das ostasiatische Land ist entsprechend gering. Es handelt sich bei dem neuen Reisehinweis nicht um eine Reisewarnung, die nur für Kriegs- und Bürgerkriegsgebiete ausgesprochen wird.

sti/uh (afp dpa, rtr)

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