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Asien

Nordkorea klagt US-Reporterinnen an

Nordkorea will zwei im vergangenen Monat festgenommene US-Journalistinnen vor Gericht stellen. Eine Entscheidung, die die ohnehin angespannten Beziehungen weiter verschlechtern dürfte.

Den beiden Frauen würden kriminelle Vergehen zur Last gelegt, meldete die staatlich kontrollierte Nachrichtenagentur KCNA am Freitag (24.04.2009). Ihre "Verbrechen" seien "dokumentiert", hieß es aus Pjöngjang. Details wurden nicht genannt.

Euna Lee und Laura Ling (Foto: dpa)

Werden seit Wochen in Nordkorea festgehalten: Euna Lee (links) und Laura Ling

"Feindselige Aktivitäten"?

Die Reporterinnen Laura Ling und Euna Lee - die eine chinesisch-, die andere koreanischstämmig - werden bereits seit mehr als fünf Wochen in dem kommunistischen Land festgehalten. Nordkoreanische Grenzpolizisten hatten sie am 17. März im Grenzgebiet zu China festgenommen. Die beiden Frauen hatten im Auftrag des amerikanischen Senders "Current TV" eine Geschichte über nordkoreanische Flüchtlinge am Grenzfluss Tumen recherchiert. Angeblich haben sie dabei illegal die Grenze überschritten. Journalisten, die nach Nordkorea reisen wollen, brauchen besondere Visa und werden von offiziellen Führern begleitet.

Vergebliche Bemühungen um Freilassung

Ein Vertreter der US-Botschaft im südkoreanischen Seoul lehnte am Freitag eine Stellungnahme ab. Die USA hatten allerdings bereits erklärt, indirekt Kontakt mit Nordkorea aufgenommen zu haben, um die Freilassung der Journalistinnen zu erwirken. Washington unterhält keine formalen diplomatischen Beziehungen zu Pjöngjang.

Wachsende Kritik an Nordkorea

Nordkoreanische Rakete vor dem Start (Foto: AP)

Ein Raketentest?

Der geplante Prozess gegen die US-Journalistinnen fällt in eine Zeit, in der sich Nordkorea zunehmender internationaler Kritik ausgesetzt sieht. Zuletzt hatte ein umstrittener Raketenstart Nordkoreas für Unmut gesorgt. Es wurde vermutet, dass Nordkorea unter dem Vorwand, einen Satelliten ins All befördern zu wollen, eine militärische Langstreckenrakete testete.

Als Reaktion auf die Verurteilung des Raketenstarts durch den UN-Sicherheitsrat hatte Nordkorea entschieden, künftig die sogenannten Sechs-Nationen-Gespräche über sein Atomprogramm zu boykottieren. Wenig später erklärte Pjöngjang die Zusammenarbeit mit der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) für beendet und verwies deren Inspektoren des Landes. (wa/se/dpa/rtr/afp/ap)

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