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Aktuell Asien

Nordkorea feuert erneut Rakete ab

Während es beim Atomgipfel in Washington gerade unter anderem um die nukleare Sicherheit der koreanischen Halbinsel geht, provoziert Nordkorea munter weiter. Und nicht nur mit neuen Raketentests.

Nordkoreas Kim Jong Un (Foto: rtr)

Im eigenen Land gefeiert, international aber ziemlich unbeliebt: Nordkoreas Diktator Kim Jong Un

Nordkorea hat erneut eine Kurzstreckenrakete abgefeuert. Sie sei in Sondok an der Ostküste des Landes abgeschossen worden, teilte das südkoreanische Verteidigungsministerium mit. Wie die Nachrichtenagentur Yonhap berichtete, flog die Rakete hundert Kilometer weit und stürzte dann ins Japanische Meer.

Zudem beschwerte sich Südkorea über nordkoreanische Angriffe auf das Satellitenortungssystem GPS. Nach Angaben des Wiedervereinigungsministeriums in Seoul waren Flugzeuge und Schiffe von den Störsignalen betroffen. Wie Yonhap unter Berufung auf die Küstenwache berichtete, mussten am Morgen rund 70 Fischerboote wegen Problemen mit ihren Navigationssystemen in die Häfen zurückkehren.

Hintergrund der jüngsten Eskalation ist offenbar das jährlich stattfindende gemeinsame Militärmanöver Südkoreas mit den USA. An der seit Anfang März laufenden knapp zweimonatigen Übung beteiligen sich mit 300.000 südkoreanischen und 17.000 US-Soldaten diesmal so viele Soldaten wie noch nie.

Neue Spannungen seit Januar

Die Spannungen in der Region haben aber bereits seit Anfang des Jahres wieder zugenommen. Nordkorea hatte im Januar seinen vierten Atomwaffentest seit dem Jahr 2006 und einen Monat später den Start einer ballistischen Rakete bekanntgegeben. Seither folgten mehrere weitere Raketentests, die ebenfalls gegen UN-Resolutionen verstießen. Der UN-Sicherheitsrat beschloss Anfang März die bislang schärfsten Sanktionen gegen das abgeschottete kommunistische Land.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un kündigte trotzdem an, "in Kürze" einen neuen Atomwaffentest vorzunehmen. Er drohte zudem mit einem präventiven Atomschlag.

Die Sorge um das Atomprogramm Nordkoreas hat auch den ersten Tag des Atomgipfels in Washington bestimmt. Nach einem Gespräch mit Südkoreas Präsidentin Park Geun Hye Park und Japans Ministerpräsidenten Shinzo Abe sagte US-Präsident Barack Obama, es sei wichtig, dass die internationale Gemeinschaft die gegen Nordkorea verhängten UN-Sanktionen auch umsetze. Pjöngjang müsse von seinen Provokationen abgehalten werden. Nach seiner Unterredung mit Chinas Präsident Xi sagte Obama, beide seien fest entschlossen, eine "Entnuklearisierung der koreanischen Halbinsel" zu erreichen.

chr/mak (afp, ap)