1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Aktuell Deutschland

Noch mehr Organspenden gegen Geld?

Betrug mit Organspenden: Der Skandal an der Göttinger Uniklinik weitet sich aus, möglicherweise hat der unter Verdacht stehende Arzt auch schon am Regenburger Klinikum manipuliert. Warum wurden Patienten bevorzugt?

Der im Göttinger Organspenden-Skandal unter Verdacht stehende Oberarzt soll schon 2005 in Bayern für Missstände bei Transplantationen gesorgt haben. Der 45-Jährige hatte vor seiner Zeit an der Göttinger Uniklinik in einem Krankenhaus in Regensburg gearbeitet. Es seien damals jordanische Patienten verbotenerweise auf eine Warteliste für europäische Transplantations-Patienten gesetzt worden, sagte eine Sprecherin des Regensburger Klinikums. Außerdem sei eine Leber sogar vor Ort in Jordanien transplantiert worden. "Das hätte so nicht sein sollen", betonte die Sprecherin, die damit einen Bericht der "Süddeutschen Zeitung" bestätigte.

Schon 2006 aufgedeckt

Die Missstände in Regensburg waren bei einer Untersuchung der Bundesärztekammerkommission im Jahr 2006 aufgedeckt worden. Auch die Staatsanwaltschaft hatte damals ermittelt, ihre Untersuchungen aber eingestellt. "Die Klinik hat Konsequenzen aus den Vorfällen gezogen und seitdem ausführliche Richtlinien zur Transplantationen mit Ausländern aufgestellt", erläuterte die Krankenhaus-Sprecherin.

Weiterer Arzt suspendiert

Gegen den Oberarzt der Göttinger Klinik wird wegen Bestechlichkeit ermittelt. Er soll Akten gefälscht und so dafür gesorgt haben, dass die eigenen Patienten beim Empfang von Spenderlebern bevorzugt wurden. Es werden 25 Fälle aus den Jahren 2010 und 2011 untersucht. Der Arzt, der seit November vom Dienst suspendiert ist, bestreitet nach Klinikangaben die Vorwürfe. Unterdessen teilte die Universitätsklinik mit, dass im Zusammenhang mit den Untersuchungen ein weiterer Arzt vom Dienst freigestellt worden sei. Die Staatsanwaltschaft in Braunschweig bestätigte die Ermittlungen und erklärte, die Wohnung und der Arbeitsplatz des Artzes seien durchsucht worden.

ml/HF (dpa)