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Aktuell Afrika

Nigeria macht gegen Islamisten mobil

Im Kampf gegen die radikal-islamische Sekte Boko Haram hat das Militär in Nigeria den Einsatz zusätzlicher Soldaten angekündigt. In drei Provinzen im Nordosten gilt der Notstand.

Nigerianische Soldaten bei Schießübungen (Foto: dpa)

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Die Streitkräfte würden "die Grenzregion der Nation von Terroristen befreien", hieß es in einer Erklärung der Armee. "Diese Operationen werden eine massive Verlegung von Soldaten und Material beinhalten." Korrespondenten berichteten bereits von Truppenbewegungen. 

Mehr als 3000 Terroropfer 

Die Extremisten von Boko Haram kämpfen sei 2009 im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias für einen streng islamischen Staat und begehen blutige Terrorakte. Anschlagsziele sind vor allem Christen und Kirchen. Die Sekten-Kämpfer greifen aber auch staatliche Einrichtungen, Polizeistationen und Lokale mit Alkoholausschank an. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch wurden bei Terrorangriffen von Boko Haram und anderer islamistischer Gruppen seit 2009 mehr als 3600 Menschen getötet. Der Name Boko Haram bedeutet in der örtlichen Haussa-Sprache so viel wie "westliche Bildung verboten".

Präsident Jonathan spricht im Fernsehen (Foto: AFP/Getty Images)

Sagt dem Terror den Kampf an: Präsident Jonathan

Um die Hochburgen der Sekte im Norden Nigerias unter Kontrolle zu bringen, hat Präsident Goodluck Jonathan für die drei Provinzen Borno, Yobe und Adamawa den Notstand verhängt. "Wir werden den Krieg gegen den Terrorismus gewinnen, was immer es auch kostet", betonte der Staatschef in einer Fernsehansprache. Das Ausmaß der in den drei Regionen herrschenden Gewalt erfordere "außergewöhnliche Maßnahmen um eine Rückkehr zur Normalität zu schaffen", fügte Jonathan hinzu. Insgesamt hat Nigeria 36 Bundesstaaten, in zwölf gilt das islamische Recht der Scharia, die anderen sind christlich geprägt.

Erst am Montag hatte sich Boko Haram mit einer Video-Botschaft zu Anschlägen in den Städten Bama und Baga in der Provinz Borno bekannt. Bei diesen Angriffen sollen insgesamt mindestens 250 Menschen getötet worden sein. Nach Berichten mehrerer nigerianischer Tageszeitungen ermordeten Bewaffnete am Dienstag den Präsidenten der Christlichen Vereinigung Nigerias. Demnach soll Faye Pama Musa, Pastor einer Pfingstkirche in Maiduguri, in seiner Wohnung überfallen und getötet worden sein. Bislang bekannte sich niemand zu der Tat. Es wird allerdings vermutet, dass Boko Haram hinter dem Anschlag steckt

Ungeachtet der sich abzeichnenden militärischen Eskalation will ein neues staatliches Dialogkomitee das Gespräch mit Boko Haram suchen. Der Vorsitzende des Komitees, Kabiru Turaki, sagte der Zeitung "The Punch", man wolle die Kontaktbemühungen weiter fortsetzen. Auch eine Amnestie für Boko-Haram-Mitglieder ist nach wie vor in der Diskussion.

wl/se (dpa, afp, kna)