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Aktuell Nahost

Niederlande bombardieren IS auch in Syrien

Neuer Einsatzradius: Die Niederlande fliegen bereits mit F-16-Jets Angriffe im Irak. Jetzt weiten sie den Kampf gegen die IS-Dschihadisten aus - ein brisantes Politikum in der Heimat der Soldaten.

Niederländische F-16-Jets in der Luft (Archivbild: VINCENT JANNINK/AFP/Getty Images)

Erweiterte Kampfzone: Niederländische F-16-Jets in der Luft (Archivbild)

Die Niederlande beteiligen sich am Luftkrieg gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) in Syrien. Das beschloss die Regierungskoalition in Den Haag. Geplant sind vor allem Angriffe im syrischen Osten. Von dort aus versorgt der IS seine Kämpfer im Nachbarland Irak. Das Mandat soll zunächst bis Anfang Juli gelten.

"Wir sind davon überzeugt, dass nur ein gemeinsames Vorgehen dem Irak und Syrien neue Stabilität bringen kann", erklärte Außenminister Bert Koenders. Die Niederlande sind schon seit 2014 mit vier F-16-Kampfjets an Angriffen des internationalen Militärbündnisses im Irak beteiligt. Die USA hatten die niederländische Regierung ersucht, den Einsatz auf Syrien auszuweiten. Auch Frankreich hatte nach den Anschlägen vom November um entsprechende Unterstützung gebeten.

Unter Führung der Vereinigten Staaten bekämpfen zahlreiche Partner, darunter die NATO-Mitglieder Frankreich und Großbritannien, den IS in Syrien und im Irak aus der Luft. Deutschland stellt für diese Einsätze Tornado-Aufklärungsflugzeuge und ein Tankflugzeug zur Verfügung. In Syrien fliegt seit Ende September auch Russland Angriffe.

Sozialdemokraten lenken ein

Vor dem Beschluss der niederländischen Regierung hatte der sozialdemokratische Koalitionspartner seine Bedenken gegen eine Erweiterung des Anti-IS-Kampfgebiets aufgegeben. Das sichert eine breite Mehrheit im Parlament, das dem Syrien-Einsatz noch zustimmen muss. Neben der rechtsliberalen Partei von Ministerpräsident Mark Rutte befürwortet auch ein großer Teil des Oppositionslagers die Mission. In der Vergangenheit hatte Den Haag stets ein UN-Mandat zur Bedingung gemacht.

Auslandseinsätze sind im Königreich ein brisantes Politikum. Eine Mission niederländischer Blauhelme in Bosnien war 1995 im Desaster geendet. Damals hatten bosnische Serben in Srebrenica rund 8000 muslimische Männer und Jugendliche getötet - in Anwesenheit der niederländischen Soldaten. Das UN-Kriegsverbrechertribunal bezeichnete das Massaker später als Völkermord. 2010 ist in Den Haag eine Regierung am Streit über einen Einsatz in Afghanistan zerbrochen.

jj/uh (dpa, afp, rtr)