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Aktuell Amerika

Neues schweres Erdbeben in Ecuador

Die Warnzentren melden ein weiteres massives Beben vor der Küste Ecuadors. Drei Tage nach der ersten Katastrophe schwinden die Hoffnungen, Vermisste noch lebend bergen zu können. Gesucht werden mehr als 1700 Personen.

In Ecuador Suche nach Vermissten in den Ruinen von Pedernales (foto: reuters)

Suche nach Vermissten in den Ruinen von Pedernales

Das neue Erdbeben in Ecuador hatte nach Angaben des GeoForschungsZentrums GFZ in Potsdam die Stärke 6,0. Die US-Erdbebenwarte USGS gab die Stärke mit 6,1 an. Das Zentrum lag demnach 25 Kilometer vom Küstenort Muisne entfernt im Pazifik. Von Opfern oder Schäden war zunächst nichts bekannt. Viele Menschen wurden aber aus dem Schlaf gerissen und flüchteten auf die Straßen. Es wurde keine Tsunami-Warnung ausgegeben. Am Samstag hatten ein Beben der Stärke 7,8 die Küste Ecuadors erschüttert. Mindestens 525 Menschen kamen ums Leben.

Auch die Zahl der Verletzten wurde mit jetzt mehr als 4000 deutlich nach oben korrigiert. Mehr als 20.000 Menschen mussten in Notunterkünften untergebracht werden, wie der Katastrophenschutz des südamerikanischen Landes mitteilte.

Wettlauf gegen die Zeit

Seit Tagen suchen Rettungskräfte und Angehörige mit Hilfe von Spürhunden und Werkzeug in den Trümmern beim Erdbeben zerstörter Häuser nach Vermissten. Einige Menschen konnten lebend geborgen werden. Inzwischen besteht jedoch kaum noch Hoffnung, weitere Überlebende zu bergen. Die ecuadorianischen Rettungskräfte werden von mehr als 400 Helfern aus Mexiko, Kuba, Chile, Kolumbien, Spanien und der Schweiz unterstützt. Auch aus Deutschland lief Hilfe an.

Nothilfe für die Bebenopfer (Foto: reuters)

Nothilfe für die Bebenopfer

Wiederaufbau dürfte Milliarden Dollar kosten

Rund ein Drittel der Toten stammt aus der 55.000 Einwohner zählenden Küstenstadt Pedernales, die größtenteils zerstört wurde. Auch die Städte Manta und Portoviejo wurden schwer beschädigt.

Präsident Rafeal Correa verfügte, dass alle Trinkwasserhersteller des Landes ihre Produkte für Notfälle zur Verfügung stellen müssen. Der Wiederaufbau werde nach ersten Schätzungen zwei bis drei Milliarden Dollar kosten, erklärte Correa. Die Bauweise müsse deutlich erdbebensicherer werden. Ecuador liegt auf dem besonders Erbeben-gefährdeten sogenannten Pazifischen Feuerring.

Die Regierung Ecuadors hat für die erste Woche nach dem Beben 160 Millionen Dollar (140 Millionen Euro) aus dem Katastrophenfonds bereitgestellt. Die Europäische Union stellte eine Million Euro zur Verfügung.

Das Hauptbeben der Stärke 7,8 hatte am Samstagabend Ortszeit vor allem einen rund 100 Kilometer breiten Küstenstreifen 200 Kilometer westlich der Hauptstadt Quito getroffen und große Zerstörungen angerichtet. Mehr als 300 Nachbeben erschütterten seitdem die Region.

qu/wl/sc (rtr, APE, dpa, afp)

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