1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Aktuell Deutschland

Neuer Masern-Rekord in Berlin

Die Epidemie grassiert: Die Masernwelle in Berlin hat einen neuen Höchststand erreicht - und jeder vierte Patient muss ins Krankenhaus. Neue Fälle werden aus Flüchtlingsunterkünften in Karlsruhe und Stuttgart gemeldet.

Es ist ein Spitzenwert: Bis zu diesem Freitag wurden in der Hauptstadt 111 neue Fälle in der laufenden Woche gemeldet. Beim aktuellen Ausbruch sind das die meisten Erkrankungen innerhalb von sieben Tagen.

Insgesamt seien seit Beginn der Masernwelle im Oktober 724 Menschen erkrankt, sagte Silvia Kostner, Sprecherin des Landesamts für Gesundheit und Soziales. In Berlin musste bisher rund ein Viertel der erfassten Patienten wegen der Infektion in die Klinik.

70 Babys erkrankt

Fast 90 Prozent von rund 630 befragten Kranken hatten keinen Impfschutz. Bisher steckten sich in Berlin auch 70 Babys im Alter bis zu einem Jahr an. Wenn ihre Mutter vor der Schwangerschaft nicht gegen Masern geimpft war, haben auch sie keinen Schutz. Die Immunisierung ist erst ab neun Monaten zugelassen. Im Februar war ein ungeimpftes Berliner Kleinkind an Masern gestorben.

In Karlsruhe alarmierten Masern-Erkrankungen in einer Flüchtlingsunterkunft die Behörden. Die zurzeit 310 Bewohner der Unterkunft seien vorsorglich geimpft worden, teilte das Landratsamt mit. Um die Infektionsgefahr zu bannen, sollen die Flüchtlinge zwei Wochen lang nicht in andere Unterkünfte verlegt werden. Ebenso werden in dieser Zeit keine Neuzugänge aufgenommen.

Impfstatus prüfen

In Stuttgart startete nach dem Ausbruch von Masern in einer Flüchtlingsunterkunft ebenfalls eine Impfaktion. Nach Mitteilung der Stadt sollen in der nächsten Woche weitere Impfungen folgen. Generell rät das Gesundheitsamt der Stadt allen nach 1970 geborenen Menschen, den Impfstatus beim Haus- oder Betriebsarzt prüfen zu lassen.

Das Masern-Virus (Artikelbild) ist hoch ansteckend und wird durch Tröpfcheninfektion übertragen. Besonders gefährdet sind Kinder bis fünf und Erwachsene über 20 Jahren.

jj/wl (dpa, epd)