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Gaza-Krieg

Neue Waffenruhe im Gaza-Konflikt vereinbart

Nach siebenwöchigen Gefechten haben sich Israel und die Palästinenser auf eine langfristige Waffenruhe im Gaza-Konflikt geeinigt. Das Abkommen sieht unter anderem eine Aufhebung der Blockade des Gazastreifens vor.

Israel und die Palästinenser haben sich im Gaza-Krieg erneut auf eine Waffenruhe verständigt. Beide Seiten stimmten nach eigenen Angaben einem entsprechenden Vorschlag Ägyptens zu. Die von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas verkündete Waffenruhe trat um 18.00 Uhr MESZ in Kraft. In einer Fernsehansprache sagte Abbas, die palästinensische Führung verkünde eine Waffenruhe, um "die Aggression gegen den Gazastreifen und das Blutvergießen und Töten von Kindern zu stoppen".

Die neue Initiative Ägyptens sieht nach palästinensischen Angaben weitreichende Vorschläge vor. Demzufolge sollen die blockierten Übergänge vom Gazastreifen nach Israel und Ägypten sofort geöffnet werden. Zudem sollen die Fischfanggebiete der Palästinenser im Mittelmeer ausgeweitet werden.

In einem Monat sollen die Konfliktparteien dann Gespräche über den Bau eines Seehafens für den wirtschaftlich am Boden liegenden Gazastreifen aufnehmen sowie über eine Freilassung von gefangenen Hamas-Mitgliedern im besetzten Westjordanland durch Israel, wie

Palästinenservertreter erläuterten. Israel und Ägypten betrachten die Hamas als Sicherheitsbedrohung und fordern Garantien dafür, dass keine Waffen in den Gazastreifen kommen.

Zwei israelische Zivilisten getötet

Wenige Stunden vor der Waffenruhe hatte Israel den Druck auf die Hamas durch Luftangriffe auf zwei weitere Hochhäuser in Gaza erhöht. Dabei wurden nach palästinensischen Angaben 20 Menschen verletzt. Die Bewohner waren vorher durch Warnraketen zum Verlassen der Gebäude aufgefordert worden. Bei weiteren israelischen Luftangriffen starben sechs Palästinenser.

Nach Angaben des israelischen Militärs wurden vom Gazastreifen aus 70 Raketen abgefeuert. Zwei Israelis wurden getötet und zwei verletzt, als kurz vor Beginn der Waffenruhe eine Rakete einen Kibbuz in der Grenzregion traf. Eine weitere traf ein Haus in der südlichen Küstenstadt Aschkelon. Zehn Menschen wurden verletzt.

Die blutige Konfrontation um den Gazastreifen hatte am 8. Juli mit einer israelischen Militäroffensive begonnen, die als Reaktion auf anhaltenden Raketenbeschuss aus dem Palästinensergebiet erfolgte. Mit sechs weiteren Toten stieg die Zahl der palästinensischen Opfer am Dienstag, dem 50. Tag der Konfrontation, auf 2137, darunter nach UN-Angaben 491 Kinder und 253 Frauen. Auf israelischer Seite wurden 64 Soldaten, drei israelische Zivilisten und ein thailändischer Landarbeiter getötet.

hf/re (rtrd, afpd, dpa)

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