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Welt

UNICEF: 500 tote Kinder im Gaza-Krieg

Jedes vierte Todesopfer des Gaza-Krieges ist ein Kind. Und die Kämpfe dauern an. Ägypten bemüht sich einmal mehr um eine Waffenruhe. Die gemäßigte Palästinenserführung setzt auf eine andere diplomatische Option.

Kinder und Jugendliche werden mit voller Härte von der Gewalt zwischen Israelis und Palästinensern getroffen. Rund 500 Jungen und Mädchen sind seit Beginn der Kämpfe im Palästinensergebiet getötet worden, berichtet UNICEF. Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen rief die Kriegsgegner dringend zu einem Waffenstillstand auf.

Ägypten drängt auf Waffenruhe

Genau darum bemüht sich auch die ägyptische Regierung seit Wochen. In einer neuen Initiative drängt Kairo dazu, alle kriegerischen Handlungen für mindestens einen Monat einzustellen - ohne weitgehende Vorbedingungen. Daran waren unter anderem alle vorherigen Verhandlungen gescheitert.

Die im Gaza herrschende Hamas fordert stets ein Ende der achtjährigen Blockade von Gaza, einen Flughafen und einen Handelshafen für die Region sowie die Freilassung von Häftlingen. Israel verlangt im Gegenzug, dass alle bewaffneten Gruppen in dem Palästinensergebiet abrüsten.

Palästinenser planen diplomatische Initiative

Ein führender Palästinenservertreter sagte der Nachrichtenagentur AFP, man werde eine Vereinbarung zu einer Waffenruhe akzeptieren, wenn auch Israel sich dazu bereit erkläre. Deren Antwort steht noch aus.

Neben den Verhandlungen in Kairo setzt die gemäßigte Palästinenserführung noch auf eine andere diplomatische Karte. Präsident Mahmud Abbas will den UN-Sicherheitsrat bitten, einen Zeitplan für die Errichtung eines Palästinenserstaates in den Grenzen von 1967 festzulegen, berichtet die israelische Zeitung "Haaretz". Parallel dazu diskutieren die Palästinenser auch über einen Beitritt zum Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag. Dies würde ermöglichen, Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht zu ahnden.

Erneut Luftangriffe und Raketen

Israel hat seine Angriffe auf Gaza seit dem Wochenende wieder verstärkt, nachdem ein Kleinkind durch einen Granatbeschuss aus dem Küstenstreifen getötet wurde. Aus der Luft habe man in der Nacht zum Montag 60 Ziele attackiert, teilte eine Sprecherin der israelischen Armee mit. Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums wurden dabei neun Menschen getötet. Aus dem Gaza-Streifen wurden im Gegenzug mehr als hundert Raketen auf israelisches Staatsgebiet abgefeuert. 13 Flugkörper konnten nicht abgefangen werden und schlugen nach israelischen Angaben in freiem Gelände ein.

sp/rb (afp, dpa, rtr)