1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Aktuell Nahost

Neue Runde in den Atomverhandlungen mit Iran

Die internationale Gemeinschaft hat einen neuen Anlauf zur friedlichen Lösung des Atomstreits mit dem Iran unternommen. In Istanbul begannen Gespräche mit Vertretern der fünf Veto-Mächte im UN-Sicherheit und Deutschland.

Erstmals seit rund einem Jahr finden wieder Verhandlungen über das iranische Atomprogramm statt. Vertreter Teherans sowie der fünf ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrats und Deutschlands kamen in der türkischen Metropole Istanbul zusammen. Die Gespräche gelten als letzte Chance, mögliche Militärschläge gegen Atomanlagen im Iran abzuwenden. Israel betrachtet das iranische Atomprogramm als existenzielle Bedrohung.

Die Erwartungen sind nicht allzu hoch: Natürlich könnten nicht alle Streitpunkte bei einem Treffen beigelegt werden, sagte der stellvertretende Sicherheitsberater von US-Präsident Barack Obama, Ben Rhodes. Der Iran müsse aber seine "Ernsthaftigkeit und seinen Willen unter Beweis stellen, ernsthafte Verhandlungen zu führen".

Westerwelle fordert zielgerichtete Verhandlungen

Auch Bundesaußenminister Guido Westerwelle forderte den Iran zu "ernsthaften und zielgerichteten Verhandlungen" auf. Die Zeit für "taktische Spiele jedweder Art" sei längst abgelaufen, hieß es in einer vom Auswärtigen Amt verbreiteten Erklärung. Westerwelle räumte ein, dass die neuen Gespräche "alles andere als einfach" werden. "Ich setze aber darauf, dass es mit Vernunft und Augenmaß auf allen Seiten gelingen kann, einen Dialogprozess in Gang zu setzen, an dessen Ende eine für alle tragbare politische Lösung steht", erklärte der Minister.

Iran wird verdächtigt Atomwaffen zu bauen

Der Westen verdächtigt den Iran, unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung der Atomenergie heimlich Atomwaffen zu bauen. Im Januar 2011 waren die Verhandlungen über das Atomprogramm ergebnislos abgebrochen worden. An den neuen Gesprächen mit dem Iran in Istanbul, nehmen Vertreter der fünf ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrates China, Frankreich, Großbritannien, Russland und der USA sowie Deutschlands teil.

Der Iran besteht auf sein Recht, die Atomenergie friedlich zu nutzen. Doch der Westen fordert, dass die Regierung in Teheran die Anreicherung von Uran auf 20 Prozent stoppt und vor allem die unterirdische und lange geheim gehaltene Atomanlage in Fordo schließt. Der Iran wiederum drängt darauf, dass die Sanktionen gegen das Land aufgehoben werden, die wegen des Atomprogramms verhängt wurden.

det / as (afp, dpa, rtr)