1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Europa

Neue Ausschreitungen in Athen

In der griechischen Hauptstadt Athen ist es zu Zusammenstößen zwischen Autonomen und Polizei gekommen. Mehr als 160 Menschen wurden festgenommen. Vor einem Jahr war ein Jugendlicher bei einer Kundgebung getötet worden.

Gedenken (Foto: AP)

Gedenken an Alexandros Grigoropoulos

Ein Jahr nach den Unruhen in Griechenland, bei denen ein Jugendlicher durch eine Polizeikugel getötet worden war, ist es in Athen erneut zu gewaltsamen Ausschreitungen gekommen. Vermummte zerstörten in der Nacht zum Sonntag (06.12.2009) mehrere Autos, die Polizei setzte Tränengas ein und nahm mehr als 160 mutmaßliche Autonome und Anarchisten fest.

Gedenken an getöteten Demonstranten

Unrugen (Foto: AP)

Die Unruhen hielten wochenlang an

Am Sonntag vor einem Jahr war der 15-jährige Alexandros Grigoropoulos bei einem Polizeieinsatz getötet worden. Daraufhin kam es zu landesweiten Demonstrationen gegen Polizeigewalt. Anlässlich des ersten Todestages hat der griechische Präsident Karolos Papoulias die Bevölkerung aufgerufen, Ruhe zu bewahren.

6.500 Polizisten sollen am Wochenende in Athen für Ordnung sorgen. "Wir werden Athen nicht den Vandalen überlassen", sagte der Minister für Bürgerschutz, Michalis Chrysochoidis. In der Nacht zum Sonntag durchsuchte die Polizei ein Haus im Athener Stadtteil Keratsini und nahm 20 mutmaßliche Linksextremisten fest. Außerdem beschlagnahmte sie den Angaben zufolge Gasmasken, Vorschlaghammer und 200 leere Bierflaschen. Diese hätten als Brandbomben eingesetzt werden sollen, hieß es.

Prozess im kommenden Jahr

Frauergemeinde (Foto: AP)

Alexandros Grigoropoulos war unter großer Anteilnahme der Bevölkerung beigesetzt worden

Weitere 14 Demonstranten wurden nach einer zunächst friedlichen Gedenkveranstaltung festgenommen. Rund 60 jugendliche Anarchisten hätten Polizisten mit Steinen beworfen und zwei Autos angezündet, teilte die Polizei mit. Unter den Festgenommenen seien fünf Italiener und drei Albaner.

Wegen des Todes von Alexandros Grigoropoulos müssen sich demnächst zwei Polizisten vor Gericht verantworten. Sie werden des Mordes beziehungsweise des versuchten Mordes beschuldigt. Prozessbeginn ist am 20. Januar. An den Protesten vor einem Jahr hatten zehntausende Jugendliche in ganz Griechenland teilgenommen. Sie richteten sich vor allem gegen Perspektiv- und Arbeitslosigkeit in Griechenland.

Autor: Dirk Eckert (afp, ap, dpa)

Redaktion: Siegfried Scheithauer

Die Redaktion empfiehlt