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Aktuell Deutschland

Narren nehmen islamistischen Terror aufs Korn

Mehrere Millionen meist kostümierte Narren haben die Rosenmontagszüge in den Karnevalshochburgen an Rhein und Main begleitet. Den größten Zug hatten die Kölner zu bieten.

Mit Pappnase oder Kostüm nahmen die Jecken den islamistischen Terror, den vom russischen Präsidenten Wladimir Putin geschürten Ukraine-Konflikt und die islamfeindlichen "Pegida"-Proteste aufs Korn.

Kölle alaaf und Helau in Düsseldorf!

In Köln jubelten am mit sieben Kilometer Länge größten Rosenmontagszug in Deutschland rund 1,2 Millionen Narren über einen Mottowagen, der trotz des umstrittenen Rückzugs eines "Charlie-Hebdo-Wagens" den mörderischen Anschlag auf das Satiremagazin in Paris von Anfang Januar thematisierte. Aus einem gerodeten Bundstift-Wald (Artikelbild) wuchs ein einziger kleiner bunter Stift mit der Aufschrift "Narrenfreiheit" heraus, der von einem Clown liebevoll gegossen wird. Davor liegt in den Spänen der Buntstifte der abgeschlagene Kopf eines Islamisten. Das Festkomitee hatten das ursprüngliche Motiv wegen angeblicher Sicherheitsbedenken vieler Jecken zurückgezogen. Für seine Entscheidung musste das Festkomitee viel Kritik einstecken.

Karneval 2015 Rosenmontag

Eine Anspielung auf die Äußerung des Papstes...

Die Kölner Karnevalisten thematisierten zudem den russischen Präsidenten Putin, der als Roboter-Panzer Tschetschenien, Moldawien, Georgien und die Ukraine überrollt, die in Richtung Europäische Union streben. Auch Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen und der desolate Zustand ihrer Truppenausrüstung wurden zur Zielscheibe der Jecken. Die Ministerin saß auf einer Bundeswehr-Maschine, die nur noch mit Heftpflaster zusammengehalten wird.

Im sogenannten "närrischen Lindwurm" in Düsseldorf gab es drei Turbanträger die sich Mund, Ohren und Augen zu halten. Auf ihren Kopfbedeckungen hieß es "Terror...hat nichts... mit Religion zu tun." In Düsseldorf kam auch Papst Franziskus nicht ungeschoren davon. Eine Papstfigur schlug in vollem Ornat unter dem Motto "Nächstenhiebe" mit einem Stock auf den nackten Po des Vatikan ein und erklärte dazu: "Schlagen, aber mit Würde". Damit griff der Mottowagen die umstrittene Bemerkung Papstes über einen Vater auf, der Schläge als Erziehungsmaßnahme einsetzt.

In Mainz stand der sieben Kilometer lange Rosenmontagszug sunter dem Motto "Hier bin ich Narr, hier darf ich's sein, an Fassenacht in Mainz am Rhein". Schon seit Weiberfastnacht am Donnerstag regieren die Jecken die Straßen an Rhein und Main, durchhalten müssen sie noch bis Aschermittwoch, wenn das Treiben wieder ein Ende hat.

Angst vor Terror

In diesem Jahr wurden die Rosenmontagszüge allerdings von Angst vor Terroranschlägen begleitet. Am Sonntag war in Braunschweig der Karnevalsumzug kurz vor dem Start abgesagt worden. In der Nacht zuvor hatte die Polizei konkrete Hinweise auf einen islamistischen Terroranschlag erhalten. Andere Städte sind von der Gefahr nach Einschätzung der Behörden nicht betroffen. Innenminister Thomas de Maizière hatte am Sonntag noch einmal betont, dass die abstrakte Terrorbedrohung in Deutschland nach wie vor hoch sei und die Behörden jedem möglichen Hinweis nachgehen würden, um die Bevölkerung zu schützen.

Samba de Janeiro

Brasilien Karneval in Rio de Janeiro (Foto: reuters)

In Rio zeigen die Sambaschulen im Sambódromo, was sie drauf haben

Aber nicht nur in Deutschland sind viele Menschen im Karnevalsrausch. Auch in Brasiliens Metropole ist der Karneval 2015 auf seinem Siedepunkt. Tausende Tänzerinnen und Tänzer, Trommler und leichtbekleidete Samba-Queens zogen in der Nacht zum Rosenmontag durch Rios legendäres Sambódromo. Das Spektakel verfolgten auf den Stadionrängen schätzungsweise 80.000 Zuschauer, die sich auch durch heftigen Sommerregen die Karnevalsfreude nicht verderben ließen. An der Copacabana feierten kostümierte Narren bis tief in die Nacht den "Carnaval".

chr/qu (AP, dpa)

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