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Aktuell Asien

Nachfolgerin von Mutter Teresa tot

Sie trat ein schweres Erbe an - der Schatten ihrer Vorgängerin war übergroß. Wie Mutter Teresa trug auch Schwester Nirmala, die als sanft und bescheiden galt, immer den weißen Sari mit blauer Kante.

Schwester Nirmala Joshi, die erste Nachfolgerin Mutter Teresas in der Leitung der "Missionarinnen der Nächstenliebe", ist in Kalkutta gestorben. 1934 geboren, war die katholische Ordensfrau 1997 an die Spitze der Gemeinschaft gewählt worden. 2009 wurde sie von der Westfälin Mary Prema Pierick abgelöst.

Nirmala kam als Tochter nepalesischer Eltern im nordostindischen Ranchi (damals Britisch-Indien) zur Welt. Ihr Vater diente als Offizier der britischen Armee. Obwohl sie der höchsten indischen Kaste der Brahmanen angehörte, besuchte sie eine katholische Missionarsschule in Patna.

Vom Hinduismus konvertiert

Unter dem Eindruck der Teilung des indischen Subkontinents, die mit Hunderttausenden Toten unter Muslimen und Hindus einherging, konvertierte Nirmala mit 24 Jahren vom Hinduismus zum katholischen Glauben. Sie siedelte nach Kalkutta über und trat den "Missionarinnen der Nächstenliebe" bei.

Dort beauftragte Mutter Teresa sie mit dem Studium von Jura und Politikwissenschaft, um sie für höhere Ordensaufgaben vorzubereiten. Im März 1997, ein halbes Jahr vor dem Tod Mutter Teresas, wurde Nirmala Joshi als neue Leiterin bestimmt. Als sie später gefragt wurde, wie sie zu Mutter Teresa stehe, sagte sie: "Ich bin ihr Kind. Ich werde nicht versuchen, sie zu ersetzen."

Weißer Sari mit blauer Kante

2009 verzichtete die Oberin, die wie ihre Vorgängerin stets einen weißen Sari mit blauer Kante trug, aus gesundheitlichen Gründen auf eine dritte Amtszeit. Die als sanft und bescheiden geltende Nirmala hatte Heime des Ordens in Panama, Kathmandu und New York aufgebaut. Zuvor hatte sie schon Mutter Teresa bei Auslandsreisen begleitet.

Indiens Premierminister Narendra Modi würdigte in einer ersten Reaktion den Einsatz Schwester Nirmalas für Arme und Benachteiligte. "Möge ihre Seele in Frieden ruhen", schrieb Modi auf Twitter. Die Regierungschefin des Bundesstaates Westbengalen, Mamata Banerjee, erklärte: "Kalkutta und die Welt werden sie vermissen."

Sterbehaus in Kalkutta

Ordensgründerin Mutter Teresa, aus Albanien gebürtig, war als Novizin nach Indien gekommen. Die Armut in Kalkutta erschütterte sie so sehr, dass sie 1950 die "Missionarinnen der Nächstenliebe" ins Leben rief. Der Friedensnobelpreis, der ihr 1979 verliehen wurde, machte Mutter Teresa weltbekannt; später wurde sie von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen. Bis heute führt ihr Orden weltweit Kranken- und Waisenhäuser und das berühmte Sterbehaus in Kalkutta.

jj/mak (dpa, afp, kna)