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Aktuell Asien

Nachbeben erschweren Rettungsarbeiten

In China hat nach dem schweren Erdbeben ein Wettlauf mit der Zeit begonnen. Verschüttete Straßen behindern den Einsatz von Rettungskräften. Die Sorge vor Seuchen steigt.

Nach dem verheerenden Erdbeben in der Provinz Sichuan am Samstag behindern vor allem Nachbeben und logistische Probleme die Rettungsarbeiten. Vielerorts mussten sich die Rettungskräfte die Wege frei sprengen, um dringend benötigtes Trinkwasser und andere Versorgungsgüter in die betroffenen Gebiete zu bringen. In anderen Teilen der Region verstopften Freiwillige mit ihren Autos die Straßen.

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China: Hilfe für die Erdbebenopfer

Bislang meldeten die Behörden fast 200 Tote und mehr als 11.000 Verletzte. Insgesamt sollen mehr als 1,5 Millionen Menschen von der Katastrophe betroffen sein, berichtet das chinesische Staatsfernsehen. Mindestens 25 Menschen würden noch vermisst.

Die Erde kommt nicht zur Ruhe

Die chinesische Volksbefreiungsarmee hat 18.000 Soldaten und paramilitärische Einheiten nach Sichuan geschickt. 23 Hubschrauber bringen Versorgungsgüter aus der Luft in die Region. Die Militärpolizei ist mit 5800 Einheiten vor Ort und hat nach eigenen Angaben mehr als 100 Menschen retten können.

China's Premier Li Keqiang (C) visits after a strong earthquake hits Lushan county. (Foto: Reuters)

Ministerpräsident Li Keqiang (Mitte) verspricht Hilfe

Ministerpräsident Li Keqiang war nur wenige Stunden nach dem Beben nach Sichuan gereist und hatte den Menschen umfangreiche Wiederraufbauhilfen zugesagt. China hat unterdessen die Hilfe von internationalen Hilfsorganisationen und anderen Ländern für die Erdbebenopfer abgelehnt. Zusätzliche Helfer aus dem Ausland würden die Situation noch unüberschaubarer machen, sagte eine Sprecherin des chinesischen Außenministeriums in Peking.

Mehr als 2000 Nachbeben haben die Region seit Samstag erschüttert, meldet sie amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Vier von ihnen erreichten eine Stärke von 5,0 oder mehr. Das Beben hatte sich am Samstagmorgen gegen 02.00 Uhr MESZ ereignet. Das nationale Erdbebenzentrum hatte die Stärke mit 7,0 beziffert.

Viele Gebiete sind nach wie vor ohne Wasser und Elektrizität und von den Mobiltelefonnetzen abgeschnitten. Zudem steigt die Angst vor Seuchen. Ärzte der der Pekinger Militärakademie für Medizin sind vor Ort, um mögliche Epidemien einzudämmen. Am schlimmsten betroffen soll der Stadtteil Longmen in der Gemeinde Lushan sein. Nach einem Bericht der Vereinten Nationen wurden dort 99 Prozent der Gebäude zerstört.

Die Provinz Sichuan war zuletzt 2008 von einem schweren Erdbeben erschüttert worden. Dabei kamen mehr als 80.000 Menschen ums Leben.

gmf/as (afp, dpa, ap)

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