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Wirtschaft

Nach Unfalltod: Total plant Doppelspitze

Nach dem tödlichen Unfall des Total-Chefs Christophe de Margerie steht ein Nachfolger fest. An die Spitze des französischen Ölkonzerns rückt der bisherige Leiter des Raffineriegeschäfts auf.

Der 51-jährige Manager Patrick Pouyanne wird neuer Chef von Total. Das beschloss der Verwaltungsrat von Europas drittgrößtem Mineralölkonzern am Mittwoch in Paris.

Allerdings wird Pouyanne zunächst nicht mit der Machtfülle Christophe de Margeries ausgestattet, der am späten Montagabend (20.10.2014) bei einem Flugzeug-Unfall auf einem Flughafen in Moskau ums Leben gekommen war. Sein Firmenjet war auf der Startbahn des Flughafens Wnukowo mit einem Schneepflug zusammengeprallt.

De Margerie war Konzernchef und gleichzeitig Vorsitzender des Verwaltungsrats. Pouyanne dagegen fungiert bis auf weiteres lediglich als Konzernchef. Als Verwaltungsratsvorsitzender wird ihm der frühere Total-Chef Thierry Desmarest zur Seite gestellt.

Der 68-jährige Desmarest soll bis Ende kommenden Jahres Chefkontrolleur bleiben. Dann sollen die beiden Ämter wieder in Personalunion ausgeübt werden, wie Total bekanntgab.

Streit mit den Gewerkschaften

Auf Pouyanne wartet eine politisch heikle Aufgabe. Er hat die Gewerkschaften bereits auf Kürzungen im heimischen Raffineriegeschäft eingestimmt. Details dazu sollen im Frühjahr folgen.

Der Konzern betreibt in Frankreich fünf Raffinerien. Im Jahr 2010 hatten Schließungspläne für die Raffinerie in Dünkirchen wochenlange Streiks ausgelöst, die zu Unterbrechungen in der Ölversorgung des Landes führten.

Pouyanne spielte eine zentrale Rolle bei der Zusammenführung der defizitären Sparten Raffinerien und Petrochemie in den vergangenen Jahren. Davor hatte er führende Positionen im Ölfördergeschäft in Angola und Katar. In der Heimat arbeitete der Absolvent einer französischen Elite-Hochschule zudem als Berater für konservative Regierungen.

Der neue Verwaltungsratsvorsitzende Desmarest war als Konzernchef 1999 für die Fusionen mit zunächst Petrofina und anschließend mit dem Elf-Konzern verantwortlich.

Die Nachricht vom Tod des bekannten Managers de Margerie war weit über Frankreich hinaus mit großer Fassungslosigkeit aufgenommen worden. De Margerie war seit 2007 Vorstandsvorsitzender von Total. 1974 hatte er seine Karriere im Finanzbereich des Ölkonzerns begonnen. Total hat mit weltweit rund 100.000 Mitarbeitern 2013 knapp 190 Milliarden Euro umgesetzt.

bea/zdh (reuters, dpa)

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