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Kultur

Nach "Katrina" jetzt "Rita"

In den USA fliehen Zehntausende vor dem Tropensturm "Rita". Neben Florida droht auch in den schon vom Hurrikan "Katrina" verwüsteten Gebieten eine Unwetterkatastrophe.

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Bewohner der Inseln vor Florida fliehen vor "Rita"

Rita über die Bahamas

Rita" sammelt Kraft: Düstere Wolken über den Bahamas

Vor der Südostküste der USA hat sich ein neuer Wirbelsturm zusammengebraut. "Rita" sollte am Dienstag (20.9.2005) zwischen der Inselkette der Florida Keys und Kuba durchziehen und könnte dann Hurrikan-Stärke erreichen, wie das Nationale Hurrikan-Zentrum mitteilte. Die Behörden ordneten die Evakuierung von 40.000 Bewohnern auf den Keys an. Für die Inselkette und den Bezirk Miami-Dade in Florida wurde eine Hurrikan-Warnung erlassen.

Der Gouverneur von Florida, Jeb Bush, rief den Notstand aus, womit die Behörden das Recht haben, Evakuierungen anzuordnen und die Nationalgarde einzusetzen. Touristen mussten die Inseln bereits zuvor verlassen. Auf Kuba wurde wegen "Rita" der Zivilschutz alarmiert, und das staatliche Radio informierte über den nahenden Wirbelsturm. "Rita" könnte eine 2,4 Meter hohe Sturmflut mit sich bringen. Das Unwetter soll den Berechnungen zufolge bis zum Wochenende in Richtung des Golfs von Mexiko ziehen, womit möglicherweise die schon von "Katrina" heimgesuchten Gebiete wieder betroffen sein könnten. Die Meteorologen erwarteten aber zunächst, dass "Rita" eher eine Bedrohung für den US-Staat Texas werden könnte.

Erneute Evakuierung von New Orleans

New Orleans nach Katrina und vor Rita Bürgermeister Ray Nagin

Der Bürgermeister von New Orleans, Ray Nagin, bei einer Pressekonferenz am Montag

Unterdessen wächst auch in New Orleans die Angst, dass drei Wochen nach dem Hurrikan "Katrina" eine weitere Katastrophe droht. Die Behörden befürchten, dass die Stadt wegen der schwer beschädigten Deichanlagen erneut von einer Flutwelle überrollt werden könnte. Der Bürgermeister von New Orleans, Ray Nagin, ordnete erneut die Evakuierung der Stadt an und rief alle Bewohner, die schon wieder zurückgekehrt sind, auf, die Stadt bis Mittwochmorgen zu verlassen. "Die Bedingungen haben sich geändert", sagte der Bürgermeister. "Ein weiterer Hurrikan kommt auf uns zu." Er wolle lieber ganz konservativ und sicher sein, dass niemand mehr in der Stadt sei, sagte Nagin.

New Orleans nach Katrina und vor Rita

Eine verlassene Staße im French Quarter von New Orleans

Nagin hatte entgegen den Empfehlungen der Bundesbehörden 200.000 Einwohnern in dieser Woche die Rückkehr in Aussicht gestellt. Dieser Plan Nagins stieß auf heftige Kritik von US-Präsident George W. Bush. "Der Bürgermeister hat einen Traum von einer funktionierenden Stadt, und wir teilen diesen Traum", sagte Bush. "Aber wir müssen auch realistisch sein, was die Hindernisse auf dem Weg zur Besiedlung von New Orleans angeht. Vor Bush hatte der für Louisiana zuständige Chef der Bundesagentur für Katastrophenschutz (Fema), Vize-Admiral Thad Allen, erklärt, New Orleans sei noch nicht wieder bereit, zehntausende Menschen aufzunehmen. Es gebe in vielen Orten weder Trinkwasser noch Strom noch ein funktionierendes Notruf-System; giftige Rückstände seien eine Gesundheitsgefahr.

Deiche noch nicht repariert

Das Gesundheitsministerium von Louisiana setzte unterdessen die Zahl der Todesopfer durch den Hurrikan "Katrina" vor drei Wochen um 90 auf 736 herauf. An der gesamten Golfküste der USA wurden damit 973 Menschen getötet. Brigadegeneral Robert Crear erklärte, die Pioniere könnten die Deiche in New Orleans bis Juni 2006 wieder instand setzen, rechtzeitig zum Beginn der neuen Hurrikan-Saison.

Hurrikan Katrina Reparaturarbeiten am Staudamm Luftbild

Die Dämme von New Orleans könnten erneut brechen

Es wurde auch damit gerechnet, dass "Rita" im Golf von Mexiko die Öl- und Gasförderung beeinträchtigen würde. Die Ölkonzerne Chevron, Shell und BP brachten einen Teil ihrer Mitarbeiter auf den Ölplattformen in der Region in Sicherheit. An den Ölterminmärkten trieb "Rita" den Ölpreis bereits in die Höhe. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) US-Leichtöl stieg um fast 3,50 Dollar auf über 66,00 Dollar. Damit näherte sich der Ölpreis wieder dem Allzeithoch von mehr als 70 Dollar, das er einen Tag "Katrina" erreicht hatte. Nach dem Hurrikan sind immer noch Ölplattformen im Golf von Mexiko und vier Raffinerien auf dem Festland außer Betrieb. (stu)

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