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Amerika

Nach der Wahl ist vor der Wahl

Während die Wahl des US-Präsidenten erst einige Stunden zurück liegt, hat die Kandidatensuche für das Jahr 2008 längst begonnen. Klare Favoriten gibt es bisher aber weder bei den Demokraten noch bei den Republikanern.

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Könnte nächste Präsidentin der USA werden: Hillary Clinton

Den Demokraten bleibt nur wenig Zeit zum Wunden lecken: "Wir können enttäuscht sein, aber wir können nicht einfach weggehen. Der Kampf geht wieder los", sagte der unterlegene Vizepräsidentschaftskandidat John Edwards am Mittwoch (3.11.04) zu Anhängern in Boston. Die Rede könnte als Versuch gewertet werden, künftige Ambitionen abzustecken. Das Feld der Kandidaten ist auf beiden Seiten offen, da Bush nach zwei Amtszeiten im Jahr 2008 nicht wieder antreten darf.

Oft geht der Vizepräsident als Favorit in den Nominierungswahlkampf seiner jeweiligen Partei. Aber der 63 Jahre alte Richard Cheney hat eine Kandidatur in vier Jahren schon ausgeschlossen. Als einer der ersten Republikaner kam der Mehrheitsführer im Senat, Bill Frist, aus der Deckung. Der Senator aus Tennessee begab sich am Mittwoch auf eine Siegestour im Süden der USA, um das starke Abschneiden der Republikaner dort zu feiern.

Präsidentin Hillary Clinton?

Der unterlegene John Kerry könnte 2008 natürlich ein zweites Mal antreten. Allerdings fand schon Al Gore, der vor vier Jahren scheiterte, nicht die notwendige Unterstützung für einen zweiten Anlauf. Die Niederlage Kerrys ebnete jedenfalls den Weg für zwei weitere prominente Kandidaten: Edwards sowie Hillary Clinton, Senatorin von New York und Frau von Ex-Präsident Bill Clinton.

Bei einem Sieg von Kerry und einer Wiederwahlkampagne 2008 hätte Hillary Clinton bis 2012 auf die eigene Chance warten müssen. Nun steht sie plötzlich im Rampenlicht. Die ehemalige First Lady genießt große Popularität weit über ihre Partei hinaus. Gleichwohl schließen Politikwissenschaftler nicht aus, dass Clinton das gleiche Schicksal wie Kerry ereilen könnte - als liberale Senatorin im Nordosten der USA.

"Starker Herausforderer"

John Edwards in der Wahlnacht

John Edwards ist einer der möglichen Kandidaten für die US-Präsidentschaftswahl 2008

"Sie wäre ein starker Herausforderer für die Republikaner", sagt James Thurber von der American University in Washington, "aber wie Kerry aktiviert sie das andere Lager, gegen sie zu stimmen." Thurbers Ansicht nach müssen die Demokraten einen Kandidaten aufstellen, der den Republikanern zumindest einen Staat im Süden entreißen kann.

Dies gelang schon Lyndon Johnson, Jimmy Carter und Bill Clinton. Kerry und Gore scheiterten daran. John Edwards könnte hier im Vorteil gegenüber Hillary Clinton sein. Der Prozessanwalt kommt aus North Carolina und hat die gedehnte Sprachmelodie der Südstaatler. Sowohl während der Nominierungskampagne als auch an der Seite Kerrys erreichte er hohe Zustimmungsraten. Allerdings schaffte er es nicht, den Demokraten einen Sieg in seinem eigenen Heimatstaat zu sichern.

Zu seinen Schwachpunkten gehören mangelnde politische, insbesondere außenpolitische Erfahrung. Und da er nicht für eine Wiederwahl als Senator kandidierte, wird es schwer für ihn, nicht aus dem politischen Rampenlicht zu verschwinden. Als weitere Kandidaten neben Clinton und Edwards für die Wahl in vier Jahren gelten der Gouverneur von Illinois, Rod Blagojevich, und sein Amtskollege aus Iowa, Tom Vilsack.

Lediglich ein schwarzer Senator

Als künftiger Anwärter aufs Präsidentenamt wird auch Barack Obama aus Illinois gehandelt. Er ergatterte bei der jüngsten Wahl einen Senatorenposten und wird nach seiner Vereidigung im Januar das einzige schwarze Senatsmitglied sein. Doug Schoen, Umfragefachmann von Expräsident Clinton, warnt indes vor einer verfrühten Personaldiskussion. "Die Demokraten müssen sich erst neu aufstellen. Sie müssen zurück in die gesellschaftliche Mitte mit einem aggressiven Bekenntnis zu traditionellen Werten."

Bei den Republikanern zeichnet sich für die Ära nach Bush keine Personalknappheit ab. Neben Mehrheitsführer Frist werden unter anderen dem Senator aus Arizona, John McCain, und seinem Kollegen Chuck Hagel aus Nebraska Ambitionen nachgesagt. Gehandelt wird außerdem der frühere Bürgermeister von New York, Rudolph Giuliani. Natürlich ist auch eine Fortsetzung der Bush-Dynastie nicht ausgeschlossen. (iu)

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