1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Wirtschaft

Nach dem Streik ist vor dem Streik

Die Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo hat sich mit der Lufthansa auf weitere Verhandlungen geeinigt und will zunächst nicht streiken. Die Piloten-Vertretung Cockpit kündigt jedoch weitere Ausstände an.

Noch während ihres aktuellen Streiks bei der Lufthansa-Tochter Germanwings haben die Piloten weitere Arbeitskampfmaßnahmen bei dem Kranich-Konzern angedroht. "Neue Streiks schließen wir nicht aus und prüfen alle Optionen", sagte Markus Wahl, Vorstand der Piloten-Gewerkschaft Vereinigung Cockpit, am Freitag. Denkbar seien Arbeitsniederlegungen auf der Kurzstrecke der Lufthansa, bei Interkontinentalverbindungen, bei der Frachttochter Cargo oder auch eine Kombination dieser Möglichkeiten. "Unbefristete Streiks sind eine der Optionen."

Wann wieder gestreikt werde, könne er nicht sagen. Zunächst wolle Cockpit der Lufthansa-Führung ein wenig Zeit geben, um nach der 48-Stunden-Aktion bei Germanwings über das weitere Vorgehen nachzudenken. "Wir hoffen, dass die Lufthansa ihre Blockadepolitik aufgibt."

Der jüngste Piloten-Streik hat den Flugplan von Germanwings aus dem Takt gebracht: 180 von rund 470 geplanten Flüge seien annulliert worden, sagte ein Sprecher der in Köln ansässigen Fluglinie kurz vor Ende des Streiks in der Nacht zum Samstag. Insgesamt dürften wegen der zweitägigen Arbeitsniederlegung etwa 14.000 Passagiere ihre Flüge verpasst haben.

Ruhe beim Kabinenpersonal

Dagegen erklärte die Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO), das Kabinenpersonal werde in der nächsten Zeit nicht streiken, da eine Einigung über die weitere Vorgehensweise in dem Tarifkonflikt erzielt worden sei. UFO habe sich mit der Lufthansa über "Teillösungen zu allen strittigen Punkten" geeinigt. "Wir wollen den Beweis antreten, dass wir in wirklich turbulenten Zeiten auch ohne Arbeitskampf Sicherheit und Perspektiven für unsere Mitglieder im Lufthansa-Konzern erreichen können", erklärte der UFO-Vorsitzende Nicoley Baublies.

Im Januar waren die Tarifverhandlungen zunächst gescheitert; Lufthansa und UFO hatten sich aber auf ein Schlichtungsverfahren geeinigt. Die Gewerkschaft, die das Kabinenpersonal mehrerer Fluggesellschaften vertritt, hatte damals mit "massiven Arbeitskämpfen" gedroht, sollte die Schlichtung scheitern.

Bettina Volkens, Personal-Chefin der Lufthansa, sprach von einem "wichtigen Signal" für die Kunden, die der Konzern wegen der "zahlreichen Streiks" bei Cockpit "wiederholt enttäuschen" musste. Die Airline sei froh, dass UFO Gesprächen "den Vorrang vor Streiks" gegeben habe.

dk/ul (afp/rtr)