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Aktuell Asien

Nach dem Beben in Nepal: Traumatisiert zum Unterricht

Das verheerende Erdbeben in Nepal hat die meisten Schulgebäude zerstört. Fast eine Million Schüler blieben seither Zuhause. Nun beginnt für Tausende der Unterricht. Eine Rückkehr in den Schulalltag ist das nicht.

Durch Trümmer und Geröll mussten sich viele der 14.000 Schüler, die wieder zurück zum Unterricht sollen, ihren Weg in die Klasse bahnen. Einige klammerten sich auf dem Schulweg an ihren Eltern fest - aus Angst vor Nachbeben. Und nicht wenige kamen traumatisiert zum Unterricht.

Da in den am stärksten von den Beben betroffenen Gebieten schätzungsweise mehr als 90 Prozent der Schulgebäude zerstört wurden, fand der Unterricht in Zelten oder Bambushütten statt. Nach Angaben des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen (Unicef) wurden rund 7.800 Schulen bei dem Erdbeben komplett zerstört, mehr als 15.000 Klassenräume wurden beschädigt. Einige der beschädigten Gebäude wurden nach einer Prüfung durch Experten auf Sicherheitsmängel für den Unterricht freigegeben.

Schulrückkehr-Programm der UN

Das UN-Kinderhilfswerk unterstützt es, dass der Unterricht in Nepal rund einen Monat nach dem verheerenden Erdbeben Ende April und mehreren Nachbeben wieder beginnt. Denn je länger Schüler nach einer Katastrophe zuhause bleiben, desto unwahrscheinlicher ist es, dass sie jemals wieder zur Schule gingen, erläuterte der für Nepal zuständige Unicef-Experte. Die Unterichtsmaterialien zur Frühförderung und Freizeitgestaltung haben das UN-Kinderhilfswerk und andere Partnerorganisationen bereit gestellt.

Das Kinderhilfswerk arbeite mit dem nepalesischen Bildungsministerium und anderen Verantwortlichen zusammen, um so vielen Kindern wie möglich eine schnelle Rückkehr in die Schule zu ermöglichen. Derzeit prüften rund 100 Expertenteams, ob beschädigte Schulgebäude genutzt werden können, so das Hilfswerk. Darüber hinaus seien in den am stärksten betroffenen Regionen 137 provisorische Lernzentren eingerichtet worden. Mehr als tausend Lehrer wurden geschult, um traumatisierte Kinder speziell betreuen zu können. Laut Unicef werden in den kommenden Monaten umgerechnet rund 22 Millionen Euro benötigt, um die Maßnahmen fortzusetzen.

Beben am 25. April

Der Himalaya-Staat war am 25. April von einem schweren Erdbeben der Stärke 7,8 erschüttert worden. Dabei und bei mehreren Nachbeben starben mehr als 8600 Menschen, mehr als 20.000 wurden verletzt. Die Hauptstadt Kathmandu und viele kleinere Orte wurden großflächig zerstört.

nem/SC (KNA, dpa, afp)