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Angriff auf die Bastion der IS-Terrormiliz

Mossul-Offensive: Iraks Armee meldet weitere Geländegewinne

Bei dem Großangriff gegen die IS-Terrormiliz in Mossul kommen die irakische Armee und ihre Verbündeten nach eigenen Angaben gut voran. Hilfsorganisationen warnten vor einer Massenflucht aus der Stadt.

Irakische Militärfahrzeuge vor Mossul (picture-alliance/AP Photo)

Irakische Militärfahrzeuge vor Mossul

Regierungstreue Kämpfer vertrieben die Dschihadisten des "Islamischen Staates", IS, aus mehreren Dörfern rund um Mossul wie ein Sprecher der irakischen Anti-Terror-Einheiten erklärte. Unterstützt wurden die irakischen Einheiten von Kampfjets der US-geführten Militärallianz. Auch britische, französische und US-Spezialkräfte waren nach Agenturberichten vor Ort, um die Regierungstruppen zu beraten. 

Christliche Stadt eingenommen

Die Armee rückte nach eigenen Angaben kampflos in die früher fast ausschließlich von Christen bewohnte Stadt Karakusch südöstlich von Mossul ein. Die Kämpfer der IS-Terrormiliz seien zuvor geflohen, erklärte ein Militärsprecher. Karakusch war einst eine der größten christlichen Städte im Irak. Der IS hatte sie vor mehr als zwei Jahren eingenommen, nachdem sich kurdische Peschmerga von dort zurückgezogen hatten. Zehntausende Christen flohen damals vor den Extremisten.

Kurdische Perschmerga sind mit der Regierungsarmee verbündet (picture-alliance/AP Photo)

Kurdische Perschmerga sind mit der Regierungsarmee verbündet

Mossul ist die letzte Bastion des IS im Irak. Armee, kurdische Peschmerga-Kämpfer und lokale sunnitische Milizen hatten am Montag eine lang erwartete Offensive auf die Millionenstadt begonnen und einige Orte vor der Stadt eingenommen. Der Sprecher der US-Streitkräfte, John Dorrian, erklärte, Armee und Peschmerga hätten ihre Ziele bisher im oder vor dem Zeitplan erreicht. Sollte Mossul vom IS befreit werden, wäre die Terrormiliz im Irak militärisch weitgehend besiegt.

                                         Sorge um Zivilbevölkerung

Gleichzeitig wächst die Sorge um die Zivilisten in der Stadt. In Mossul seien mehr als 500.000 Kinder in extremer Gefahr, erklärte das UN-Kinderhilfswerk Unicef. Sie drohten vertrieben zu werden und "zwischen die Frontlinien oder ins Kreuzfeuer" zu geraten. Die Vereinten Nationen befürchten bis zu eine Million Flüchtlinge.

Das Deutsche Rote Kreuz appellierte an alle Konfliktparteien, das humanitäre Völkerrecht zu achten, Zivilisten zu schützen und Helfern den Zugang zur Bevölkerung zu ermöglichen. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) und die Internationale Organisation für Migration (IOM) wiesen auf die Gefahr eines Einsatzes von Chemiewaffen durch den IS hin.

Regierung braucht Geld

Die Regierung in Bagdad bat die internationale Gemeinschaft derweil um weitere Unterstützung. "Wir befinden uns in einer finanziell schwierigen Situation", sagte der irakische Außenminister Ibrahim al-Dschafari nach einem Treffen mit der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini in Brüssel. Die Öleinnahmen des Landes seien derzeit eingeschränkt, deshalb sei jegliche Unterstützung - finanzieller oder anderer Art - willkommen.

wl/qu (dpa, afp, rtr)