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Syrien-Krieg

Moskau und Ankara rücken in Syrien zusammen

Die Allianz wird enger: Obwohl Russland und die Türkei im syrischen Bürgerkrieg verschiedene Ziele verfolgen, betonen sie ihre Gemeinsamkeiten. Damaskus wird derweil von Explosionen erschüttert.

Syrien Luftangriffe in Daraa (Getty Images/AFP/M. Abazeed)

Luftangriff in Syrien (Archivbild)

Die Streitkräfte Russlands und der Türkei wollen sich künftig bei Luftangriffen auf Dschihadistengruppen in Syrien abstimmen. Ein in Moskau unterzeichnetes Abkommen ziele darauf ab, "Zwischenfälle zu verhindern, wenn Flugzeuge und unbemannte Flugkörper im syrischen Luftraum sind", erklärte das russische Außenministerium. In dem Papier gehe es um Luftangriffe auf "terroristische Ziele". Es lege Mechanismen zur Koordinierung und Zusammenarbeit der Luftwaffen beider Länder fest.

Russland und die Türkei kämpfen im Syrien-Konflikt gegen dschihadistische Gruppen, unterstützen aber auch entgegengesetzte Seiten: Während Russland der wichtigste Verbündete von Syriens Staatschef Baschar al-Assad ist, hilft die Türkei im Nachbarland bewaffneten Rebellen.

Moskau: "USA zu Friedensverhandlungen einladen"

Moskau und Ankara hatten auch die seit Ende Dezember geltende Waffenruhe zwischen der syrischen Regierung und den Aufständischen unterzeichnet. Sie bereiten derzeit Friedensverhandlungen in der kasachischen Hauptstadt Astana vor, die in zehn Tagen beginnen sollen. Drei Tage davor tritt Donald Trump sein Amt als US-Präsident an. Die Gespräche stehen unter der Schirmherrschaft Russlands, der Türkei und des Iran. 

Russland ist nach Angaben der Türkei damit einverstanden, auch die USA zu den Gesprächen einzuladen. "Das haben wir mit der russischen Seite vereinbart", sagte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu in Genf. "Niemand kann die Rolle der USA ignorieren." Dies sei eine "prinzipielle Position" der Türkei. Ziel der Diskussionen sei es, die beste politische Lösung zu finden. Cavusoglu hatte in der vergangenen Woche gewarnt, die Gespräche seien durch "zunehmende Verletzungen" einer seit Ende Dezember geltenden Waffenruhe gefährdet. Angesichts der andauernden Kämpfe hatten mehrere syrische Rebellengruppen bereits Anfang Januar die Vorbereitungen für die Gespräche auf Eis gelegt.

Israelischer Luftschlag?

Unterdessen wurde der Militärflughafen Mezze nahe Damaskus von mehreren Explosionen erschüttert. Ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP hörte mehrere Detonationen und sah ein großes Feuer auf dem Airport, der für das Assad-Regime eine strategisch bedeutsame Luftwaffenbasis darstellt. Der regierungsnahe Sender Sana TV berichtet, der Flughafen sei Ziel eines Luftangriffs gewesen. Die syrische Armee erklärte, Israel habe mehrere Raketen abgeschossen, die in der Nähe des Flughafens eingeschlagen seien. Die israelische Armee wollte die Berichte auf AFP-Nachfrage nicht kommentieren. Der Flughafen ist Sitz des berüchtigten Geheimdienstes der Luftwaffe, der dort über ein großes Gefängnis verfügt. Über mögliche Opfer wurde zunächst nichts bekannt. 

Syrien Selbstmordanschlag in der Nähe von Damaskus (Getty Images/AFP/Stringer)

Der Tatort nach dem Selbstmordanschlag in Kafr-Sousa nahe dem Militärflughafen Mezze bei Damaskus

Zuvor war aus dem Viertel Kafr-Sousa - in unmittelbarer Nähe des Flughafens Mezze - ein neuer Terrorangriff gemeldet worden. Demnach riss ein Selbstmordattentäter dort mindestens sieben Menschen mit in den Tod. Die staatliche Nachrichtenagentur Sana berichtete, der Mann habe in der Nähe eines Sportvereins seinen Sprengstoffgürtel gezündet.

Die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte sprach sogar von mindestens neun Toten, einschließlich des Attentäters. Nach ihren Angaben ereignete sich der Anschlag in der Nähe von Militär- und Geheimdiensteinrichtungen. Unter den Opfern seien vier Soldaten. Die Hintergründe sind noch unklar. In der von der Regierung kontrollierten Hauptstadt kam es bisher vergleichsweise selten zu Anschlägen.

jj/stu (dpa, afp, ap)