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Südamerika

Morales warnt vor Umsturz in Venezuela

Rund 65 Menschen sind in den vergangenen Monaten bei Protesten in Venezuela ums Leben gekommen. Nun warnt Boliviens Staatschef Evo Morales vor einem Putsch in dem Krisenstaat - und attackiert unter anderem die USA.

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Kein Ende der Proteste in Venezuela

"Das ist ein Staatsstreich, der dort im Gange ist," sagte Morales in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur in Santa Cruz. "Dabei will die Regierung Gourverneurswahlen garantieren und eine verfassunggebende Versammlung einberufen." Die Rechte wolle dagegen nur den Rücktritt von Präsident Nicolas Maduro, so der 57-Jährige.

Den USA warf Morales vor, aus Interesse an den Ölvorkommen im Land die venezolanische Opposition zu unterstützen. Die US-Regierung und der Generalsekretär der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), Luis Almagro, würden sich in die Krise einmischen und dabei gegen alle Spielregeln der Demokratie verstoßen.

Der Sozialist gilt als einer der letzten Verbündeten Maduros in Südamerika. Sein venezolanischer Amtskollege sei von der Mehrheit des Volkes gewählt worden. Diese Stimmen müsse man verteidigen, erklärte Morales. Die Opposition in Venezuela beschuldigte er, gezielt auf eine Eskalation zum Zweck der internationalen Skandalisierung zu setzen.

Spanien Protest gegen Inhaftierung von Oppositionspolitiker Leopoldo Lopez in Venezuela (picture-alliance/AP Photo/F. Seco)

Demonstranten zeigen Schilder mit dem Konterfei des seit 2014 in Haft sitzenden Oppositionsführers Leopoldo Lopez

Lopez ruft zu weiteren Protesten auf

Unterdessen rief der inhaftierte venezolanische Oppositionsführer Leopoldo Lopez seine Anhänger dazu auf, weiter gegen die Regierung zu demonstrieren. Am Montag waren in der Hauptstadt Caracas wieder zahlreiche Menschen auf die Straße gegangen, nachdem ein im Militärgefängnis aufgenommenes Video veröffentlicht wurde, in dem Lopez die Proteste befürwortet. Die Demonstranten blockierten daraufhin Straßen und verlangten Neuwahlen.

Seit Anfang April kommt es in Venezuela regelmäßig zu massiven Ausschreitungen bei Protesten gegen die Politik Maduros. Erst am Montag war ein 22-Jähriger seinen Verletzungen erlegen, nachdem er bei einer Demonstration mit Benzin übergossen und angezündet worden war. Die Opposition beschuldigt Maduro, für die schwere Wirtschaftskrise in Venezuela verantwortlich sein, und wirft ihm vor, mit einer geplanten Verfassungsreform seine Macht ausbauen zu wollen. Der Präsident nannte kürzlich den 30. Juli als möglichen Termin für die Einberufung einer verfassungsgebenden Versammlung.

hk/kle (dpa, ap)

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