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Anti-Maduro-Proteste in Venezuela

Venezuelas Polizei stoppt "Hungermarsch"

Die Opposition zeigt sich erfinderisch. Mit leeren Töpfen wollten Demonstranten in ein Armenviertel von Caracas ziehen, um auf die miserable Versorgungslage hinzuweisen. Die Antwort der Polizei: Gewalt.

Mit Tränengas und Gummigeschossen haben die regierungstreuen Sicherheitskräfte in der venezolanischen Hauptstadt eine Demonstration gegen die schlechte Versorgungslage in dem südamerikanischen Land verhindert. Mit leeren Töpfen wollten die Regierungsgegner in einem "Hungermarsch" in das Armenviertel El Valle ziehen.

Die Nationalgarde sperrte allerdings die Zugangsstraße und stoppte die Demonstration. "Ein Volk, das des Mangels und des Schlangestehens überdrüssig ist, lässt sich nicht aufhalten", sagte der Fraktionschef der im Parlament vertretenen Oppositionsparteien, Stalin González. "Die Regierung hat nichts erreicht. Statt nach einer Lösung zu suchen, unterdrückt sie uns."

In Venezuela protestieren Opposition und Bürger seit Monaten für vorgezogene Wahlen und einen Rücktritt des sozialistischen Präsidenten Nicolás Maduro, dem sie die Verantwortung für die schlechte wirtschaftliche Lage geben und ihm vorwerfen, wie ein Diktator zu herrschen. Die Wirtschaftskrise in dem ölreichen Land schlägt auf die Versorgung der Menschen durch. Lebensmittel und Medikamente sind inzwischen Mangelware. Wegen des niedrigen Ölpreises und jahrelanger Misswirtschaft verfügt Venezuela kaum noch über Devisen, um Dinge des täglichen Bedarfs zu importieren.

Bei den andauernden Protesten und dem harten Vorgehen der Sicherheitskräfte gegen die Demonstranten kamen bislang 64 Menschen ums Leben, über 1000 weitere wurden verletzt. Fast 3.000 Menschen sollen festgenommen worden sein.

Flüge von und nach Venezuela Mangelware

Die US-Fluggesellschaft United Airlines kündigte inzwischen an, im Juli ihre täglichen Flugverbindungen nach Venezuela zu beenden. Es ist nicht die erste große Fluggesellschaft, die für sich Konsequenzen aus der andauernden Krise in Venezuela zieht. Lufthansa, Air Canada, Alitalia und Aeroméxico haben ihre Verbindungen bereits eingestellt, unter anderem wegen ausstehender Zahlungen und Sicherheitsbedenken. Auch Stromausfälle an den Flughäfen sind keine Seltenheit.

qu/ust (dpa, afp, rtre)

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