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Politik & Gesellschaft

Mit viel Spektakel ins neue Jahr

Die Deutschen haben das neue Jahr mit ausgelassenen Feiern und Feuerwerk willkommen geheißen. Deutschlands größte Silvesterparty fand in Berlin am Brandenburger Tor statt. Die Kirchen riefen zu mehr Optimismus auf.

Feuerwerk am Brandenburger Tor zum Jahreswechsel (Foto: dapd)

Der Höhepunkt der Silvesterfeier in Berlin: Das Feuerwerk am Brandenburger Tor

Vor historischer Kulisse haben in Berlin in der Nacht zum Sonntag (01.01.2012) Hunderttausende das neue Jahr begrüßt. Höhepunkt der Party am Brandenburger Tor war um Mitternacht ein spektakuläres Feuerwerk. Zu dessen Beginn färbte sich der Himmel über Berlins Wahrzeichen in goldenes Licht. Die Feiernden lagen sich in den Armen oder stießen mit Sekt auf das Jahr 2012 an.

Feuerwerk am Berliner Reichstag (Foto: dapd)

Berlin feiert das neue Jahr 2012

Zuvor hatten die Menschen die letzten Stunden des alten Jahres friedlich und ausgelassen gefeiert. Zahlreiche Musiker, darunter auch Schlagersänger Udo Jürgens, Marianne Rosenberg, DJ Ötzi und die Scorpions, sorgten für ein buntes Bühnenprogramm. Videosäulen und zahlreiche Scheinwerfer tauchten die Partymeile in das richtige Licht. Schon zwei Stunden vor dem Jahreswechsel mussten die Veranstalter die zwei Kilometer lange Feierzone in Berlin wegen Überfüllung schließen.

In London kam eine Viertelmillion Menschen zur traditionellen Silvester-Feier an der Themse. Sie erlebten ein zehn Minuten langes Feuerwerk mit Musik-Begleitung. Ruhiger ging es in Paris zu. Bei den dortigen Feiern waren Böller, wie bereits in den Vorjahren, aus Sicherheitsgründen verboten.

Samoa erstmals allen voraus

In Asien und Australien konnten die Menschen schon lange vor Deutschland das neue Jahr begrüßen. Als erste wechselten am Samstag um 11.00 MEZ die rund 200.000 Einwohner von Samoa, Tokelau und der Linie-Inseln im Pazifik ins Jahr 2012. Dafür hatten Samoa und die zu Neuseeland gehörenden Tokelau-Inseln allerdings erst Zeitgeschichte schreiben müssen: Denn bislang gehörten sie zu den Letzten, die ein neues Jahr begrüßten. Diesmal ließen sie aber den 30. Dezember aus und konnten somit als erste die Sektkorken knallen lassen.

Feuerwerk in Sydney, Australien (Foto: AP)

Sydney feierte zehn Stunden vor Deutschland den Jahreswechsel

Mit einem funkelnden Feuerwerk über dem Hafen von Sydney feierten die Australier ins neue Jahr. Über der Harbour Bridge stiegen Lichter in Form von Schmetterlingen, Herzen oder Wolken auf. Als Symbol der Hoffnung wurde in die Mitte der Brücke ein Regenbogen projiziert. Mehr als 1,5 Millionen Menschen wohnten der farbenprächtigen Show bei. In Peking wurden die letzten Sekunden des Jahres 2011 zum Abschluss einer Lasershow auf den 600 Jahre alten Himmelstempel projiziert. Die Bürger der chinesischen Hauptstadt waren allerdings nicht eingeladen, weil die kommunistischen Führung jede Ansammlung von Volksmassen als unkalkulierbares Sicherheitsrisiko fürchtete.

Karnevalsstimmung herrschte unterm Zuckerhut - trotz Regen: An Rios Copacabana-Strand sahen rund zwei Millionen Menschen dabei zu, wie von schwimmenden Pontons aus Tausende Raketen in den Himmel geschossen wurden.

Sechs Stunden nach Deutschland rutschten schließlich auch die New Yorker ins neue Jahr. Unter dem Jubel von rund einer Million Menschen senkte sich die berühmte Kristallkugel - von Lady Gaga per Knopfdruck in Bewegung gesetzt - um Mitternacht über dem Times Square. Ganz zum Schluss - um 11 Uhr MEZ am Sonntag - konnten auch die Bewohner von Hawaii 2012 willkommen heißen.

Neujahrsansprachen im Zeichen der Euro-Krise

In den Neujahrsansprachen von Politik und Kirchen spielte die Euro- und Schuldenkrise eine wesentliche Rolle. Beide großen Kirchen in Deutschland warnten die Menschen in ihrer Neujahrsbotschaft vor Resignation angesichts der politischen Krisen. Der Freiburger Erzbischof und Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, sagte, Gesellschaft und Politik dürften nicht nachlassen, die immense Staatsverschuldung in Deutschland abzubauen. Zurzeit diktierten Unsicherheit und Angst das Geschehen, deshalb müssten die Entscheidungsträger jetzt den Schulterschluss suchen.

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Nikolaus Schneider, betonte in seiner Neujahrsbotschaft, Gott schenke auch vor dem Hintergrund beunruhigender Nachrichten Zuversicht, Geduld und Lebensmut. Mehrere evangelische Bischöfe riefen die Bürger zur Überprüfung des Lebensstils und zu mehr Solidarität auf.

Kanzlerlin Angela Merkel bei ihrer Neujahrsansprache (Foto: dapd)

Merkel will alles dafür tun, den Euro zu stärken

Bundeskanzlerin Angela Merkel stimmte die Deutschen in ihrer Neujahrsansprache auf ein weiteres schwieriges Jahr ein. Angesichts der Euro-Krise warb sie um Vertrauen in die Gemeinschaftswährung. Auch wenn der Weg lang sei und mit weiteren Rückschlägen gerechnet werden müsse, so Merkel, würden Europa und der Euro am Ende gestärkt aus der Krise hervorgehen.

Papst Benedikt XVI. forderte die ganze Kirchengemeinschaft dazu auf, im neuen Jahr den Glauben "mit neuem missionarischem Eifer" zu vermitteln. Vor allem die jungen Generationen seien von den Wirtschafts- und Wertekrisen betroffen. Für sie sei es wichtig, der Orientierungslosigkeit mit einer Neuausrichtung im Glauben zu begegnen. Am Neujahrsmorgen feierte der 84-jährige Pontifex die traditionelle Neujahrsmesse in Rom. Diese stand traditionell ganz im Zeichen des katholischen Weltfriedenstags.

Autorin: Ursula Kissel (dpa, epd, dapd)
Redaktion: Hans Ziegler / Christian Walz

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