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Musik

Mit Ravel beginnt das Schleswig-Holstein Musik Festival

Es gehört zu den größten Klassikfestivals der Welt und umfasst ein ganzes Bundesland. Diesmal stehen ein Komponist - Maurice Ravel - und ein Mandolinist - Avi Avital - im Fokus.

Deutschland Fahnen & Logo Schleswig-Holstein Musik Festival (picture-alliance/dpa/C. Rehder)

Ein Musikfestival, das wie ein Staat im Staate wirkt: Das SHMF

Den Auftakt zum 32. Schleswig-Holstein Musik Festival (SHMF) bildet ein Konzert am 1. und 2. Juli in der Musik- und Kongresshalle Lübeck. Unter der Leitung von Thomas Hengelbrock spielen das NDR Elbphilharmonie Orchester und die französische Pianistin Hélène Grimaud unter anderem das Klavierkonzert in G-Dur von Maurice Ravel. Bis zum Abschluss am 27. August stehen weitere Werke Ravels in 60 Konzerten auf dem Programm. Damit bietet das Fest im hohen Norden Deutschlands ein selten umfassendes Bild vom Werk des französischen Komponisten.

Viele Nachahmer

1986 vom deutschen Pianisten Justus Frantz ins Leben gerufen, war das Schleswig-Holstein Musik Festival für damalige Verhältnisse völlig unkonventionell: In entspannter und publikumsnaher Atmosphäre fanden Konzerte auch auf dem Land statt - in Kirchen, Herrenhäusern und Scheunen und sogar im Picknick-Stil mit den "Musikfesten auf dem Lande". Bald machte das SHMF jedoch Schule und hat inzwischen viele Nachahmer.

Komponist und Pianist Joseph Maurice Ravel (picture-alliance/dpa)

Maurice Ravel

In der ersten Stunde mit dabei war der amerikanische Komponist und Dirigent Leonard Bernstein, der im folgenden Jahr das Schleswig-Holstein Festival Orchestra gründete. Der Klangkörper mit begabten jungen Musikern aus aller Welt feiert im aktuellen Jahr sein 30-jähriges Bestehen. Nach Proben unter dem Dirigenten Christoph Eschenbach führt das Jugendorchester unter anderem Olivier Messiaens Turangalila-Sinfonie auf.

Prominenz auf dem Lande

Ansonsten ist die Aufstellung der Musiker wie gewohnt prominent. Dazu gehören die deutsche Violinistin Anne-Sophie Mutter, der deutsche Pianist Martin Stadtfeld oder die argentinische Cellistin Sol Gabetta. Dirigenten wie Herbert Blomstedt, Jaap van Zweden oder Thomas Hengelbrock stehen auf dem Programm, ebenso wie Orchester von Weltrang wie das City of Birmingham Symphony Orchestra, die Bamberger Symphoniker oder das St. Petersburg Philharmonic Orchestra. 

Das Festival leistet sich auch Ausflüge in nicht-klassische Bereiche. Dazu gehören Auftritte etwa des einstigen Supertramp-Frontmanns Roger Hodgson, des weltbekannten französischen Akkordeonisten Richard Galliano oder des Crossoverkünstlers Chilly Gonzales.

Unter dem Titel "The Big Organ" veranstaltet der äußerst publikumswirksame US-amerikanische Organist Cameron Carpenter ein Konzertwochenende in der Kulisse der NordArt in Rendsburg-Büdelsdorf.

Mandolinist Avi Avital (DW)

Avi Avital

Meister der Mandoline: Avi Avital 

Eines der kleinsten Musikinstrumente steht dieses Jahr im Fokus: Das jährliche Solistenporträt stellt den israelischen Mandolinenvirtuosen Avi Avital ins Rampenlicht. Wer glaubt, das Repertoire seines Instruments mag etwas schmalspurig sein, wird beim Fest eines besseren belehrt: Avital wirkt bei ganzen 20 Konzertauftritten mit. Drei davon sind Soloabende, in den anderen tritt er mit dem Cembalovirtuosen Mahan Esfahani, der Klezmer-Legende Giora Feidman oder mit den Ensembles Kremerata Baltica und dem Venice Baroque Orchestra auf. Dabei geht es auch um Genre-Übergreifendes, etwa Ausflüge in Jazz und Volksmusik. In einem Workshop studiert Avital Werke von Vivaldi und Mozart zusammen mit israelischer Folklore ein.

Für die 193 Konzerte werden rund 190.000 Eintrittskarten angeboten. Damit bleibt das Flächenfestival das größte in Deutschland. An 63 Orten sprengen die 107 Spielstätten sogar die Landesgrenzen: Auch Orte im Süden Dänemarks, im Norden Niedersachsens und in Hamburg werden bespielt. Bei einem Gesamtetat von rund 9,2 Millionen Euro beträgt der Landeszuschuss 1,23 Millionen Euro; damit ist der staatliche Anteil der Finanzierung in Vergleich zu anderen Klassik-Veranstaltungsreihen verhältnismäßig gering. Neben dem Erlös aus dem Kartenverkauf runden Mittel von Sponsoren, Spenden und Zuschüssen die Finanzierung ab.

rf/pl (shmf)

 

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