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Ureinwohner in Brasilien

Mit Pfeil und Bogen gegen die Staatsmacht

Tausende Ureinwohner demonstrieren in der brasilianischen Hauptstadt Brasilia für ihre Rechte. Mit Pappsärgen wollen sie an im Konflikt um Landbesitz getötete Indigene erinnern. Doch plötzlich eskaliert die Situation.

Mit Gummigeschossen, Tränengas und Knüppeln hat die brasilianische Polizei den Protest der Ureinwohner aufgelöst, als diese 200 Pappsärge auf einem künstlichen See vor dem Parlamentsgebäude schwimmen lassen wollten. Die aus mehreren Bundesstaaten angereisten Demonstranten wehrten sich daraufhin mit Pfeil und Bogen sowie mit Speeren, berichteten lokale Medien. Zudem versuchten die Demonstranten, das Parlamentsgebäude zu stürmen.

Eine Frau wurde verletzt, vier Protestierende wurden festgenommen. Nach Angaben des katholischen Indigenenmissionsrates Cimi kam es durch das Gas bei vielen Beteiligten zu Übelkeit und Panik. Nach der Auseinandersetzung zogen sich die Indigenen in ihr Camp am Nationaltheater im Regierungsviertel zurück.

Ureinwohner tragen Pappsärge (Foto: Picture-Alliance/AP Photo/E. Peres)

200 Pappsärge sollten an bei Landkonflikten getötete Ureinwohner erinnern

Kämpfe um Land

Die Demonstranten wollten im Rahmen der zum 14. Mal stattfindenden Aktionswoche "Terra Livre" (Freies Land) an ihre Lage erinnern. Immer wieder stoßen Ureinwohner in Brasilien mit Farmern und Unternehmern zusammen, die nahe ihrer Territorien operieren. Allein 2015 kamen bei solchen Landkonflikten mit weißen Siedlern 54 Indigene ums Leben.

Die brasilianische Verfassung von 1988 garantiert die Landzuteilung an indigene Völker. Jedoch hatte die konservative Regierung, die seit Mai 2016 an der Macht ist, die Landvergabe blockiert. Kritiker vermuten, dass dahinter der starke Einfluss der Agrarlobby auf die Regierung steckt.

mrk/mak (kna, ap, epd)

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