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Wissen & Umwelt

Mit Mehrwegraketen ins All

Der Erstflug des Raumtransporters Dragon mit einer wiederverwendbaren Falcon-9-Rakete zur ISS ist verschoben. Das Recycling-System soll den Raumtransport in Zukunft billiger machen.

In Cape Canaveral steht die Falcon-9-Rakete starbereit (Foto: Reuters)

Kurz vor dem Startabbruch - die Falcon-9-Rakete in Cape Canaveral

Die Raumfahrt-Revolution muss warten: Wegen Problemen mit der Antriebsstufe wurde der Start einer neuartigen Rakete in Cape Canaveral am Dienstag nur wenige Minuten vor Ablauf des Countdown verschoben. Eigentlich sollte die Falcon-9-Rakete des privaten Raumfahrtunternehmens Space-X am Dienstag um 12:20 MEZ (6:20 Ortszeit) starten. Nun ist der früheste Start am Freitag vorgesehen.

Der Auftrag der Rakete: einen Raumtransporter vom Typ Dragon mit 1,8 Tonnen Nachschub und Ausrüstung zur ISS bringen. Es ist die bisher schwerste Last, die ein Dragon-Transporter befördern soll.

Während der Flug des Raumtransporters für das Unternehmen bereits Routine ist, betritt Space-X mit der Antriebsrakete diesmal Neuland. Erstmals in der Weltraumgeschichte soll die erste Stufe der Rakete nämlich nicht abstürzen, sondern auf einer schwimmenden Plattform mit einer Größe von 91 Metern Länge und 30 Metern Breite im Atlantik landen. Die zweite Raketenstufe trägt dann, wie üblich, den Raumtransporter in seine Umlaufbahn. Der vorgesehene Landeplatz der ersten Stufe liegt 322 Kilometer vor Florida.

Senkrechte Landung mit Spezialflügeln

Um zu verhindern, dass die erste Stufe beim Fall zurück zur Erde beschädigt wird, sollen sich nach der Trennung die drei Antriebsdüsen der Stufe erneut entzünden. Die Rakete soll dann senkrecht zurücksinken, wobei der Fall durch die Antriebe abgebremst wird. Im Idealfall soll die Rakete dann sogar senkrecht auf der Plattform aufsetzen.

Raumtransporter Dragon

Noch nie hat Raumtransporter Dragon so viel Fracht transportiert, wie bei diesem Flug.

Um die Rakete während des Manövers steuerbar zu machen, wurde sie mit besonderen Flügeln ausgestattet. Vorausgegangene Schwebetests mit einer Falcon-9-Rakete sind schon erfolgreich verlaufen, allerdings stürzte die Rakete dann in den Ozean. Während der Landung werden sich keine Menschen auf der Plattform aufhalten.

Risikoreiches Manöver

Space-X-Gründer Elon Musk schätzte die Chance, dass der Versuch gelingt, im Vorfeld mit etwa 50 zu 50 ein. Die Firma erklärte, dass die Entwicklung einer wiederverwendbaren Rakete eine Schlüsseltechnologie sei, um die Kosten der Raumfahrt deutlich zu senken.

Der Start war ursprünglich bereits für den 18. Dezember geplant gewesen, wurde aber schon damals aus technischen Gründen verschoben. Zwei Tage braucht Dragon zur ISS mit ihren momentan sechs Besatzungsmitgliedern. Zwei Privatfirmen haben mit der NASA Verträge über einen Lastentransport zur ISS abgeschlossen.

Neben Space-X, die bereits mehrfach erfolgreich Dragon-Transporte durchgeführt hat, ist das die Firma Orbital Science. Diese hat allerdings durch die Explosion einer Antares-Rakete im vergangenen Oktober einen Cygnus Transporter verloren und deshalb bis auf weiteres alle Starts ausgesetzt.