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Wirtschaft

Mit Kauflaune durch die Krise

Die Hiobsbotschaften aus der Wirtschaft überbieten sich nahezu täglich. Doch Rabattaktionen, niedrige Inflation und Abwrackprämie halten die Verbraucher bei Stimmung.

Mit zahlreichen Tüten in der Hand eilt ein Passant über die Frankfurter Zeil. (Foto: AP)

Trotz schlechter Konjunktur sind die Einkaufstüten noch voll.

Das Konsumklima sei auch zu Frühjahrsbeginn robust, teilen die Marktforscher der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) aus Nürnberg in ihrer jüngsten Umfrage vom Donnerstag (26.03.2009) mit. Die Rezession sei noch nicht in vollem Umfang bei den Verbrauchern angekommen. Gleichzeitig erwarten die Experten, dass die Deutschen mit steigender Arbeitslosigkeit den Gürtel enger schnallen werden.

Bereit für größere Anschaffungen

Für den bevorstehenden April prognostiziert die GfK einen leichten Rückgang ihres Konsumbarometers um 0,1 auf 2,4 Punkte. Es trübt sich damit erstmals seit Oktober 2008 wieder ein wenig ein, weil die Aussichten für die Konjunktur deutlich pessimistischer eingeschätzt werden. Die Bereitschaft zu größeren Anschaffungen und die Einkommenserwartungen blieben dagegen stabil, heißt es.

Die Kaufkraft wird nach Ansicht der Fachleute auch gestützt durch die Rückzahlung der Pendlerpauschale sowie milliardenschwere Steuer- und Abgabensenkungen aus dem zweiten Konjunkturpaket der Bundesregierung. Die Abwrackprämie für Altautos wirke sich ebenfalls positiv aus. Inzwischen kopierten viele Händler dieses Modell und lockten die Kundschaft mit Abwrackprämien für alte Waschmaschinen, Fernseher und viele andere Produkte an.

Ein Ehepaar steht prüfend vor einer Lebensmittel-Kühltruhe (Foto: AP)

Ein sicherer Arbeitsplatz lässt noch den Blick in die gefüllten Auslagen riskieren.

Entscheidend für die künftige Konsum-Entwicklung bleibt aber der Arbeitsmarkt. "Die Einschläge kommen näher", fürchtet etwa der Sprecher des Einzelhandelsverbandes, Hubertus Pellengahr. Viele Ökonomen rechnen wie er damit, dass die Zahl der Erwerbslosen von derzeit rund 3,5 Millionen bis Jahresende die Marke von vier Millionen erreicht. Jeder zusätzliche Arbeitslose führe dazu, dass drei weitere Beschäftigte Angst vor Erwerbslosigkeit bekämen, wird geschätzt.


Die gute Kauflaune der Verbraucher federt derzeit die Einbrüche beim Export noch mit ab. Immerhin macht der private Konsum knapp 60 Prozent des Bruttoinlandsproduktes aus. Die GfK hält vorerst an ihrer Prognose fest, dass der private Verbrauch in diesem Jahr um ein halbes Prozent wachsen wird.

Geschickte Kaufanreize

In vielen Haushalten, da sind sich die Nürnberger Konsumforscher sicher, seien auch noch genügend finanzielle Mittel vorhanden, die man durch weitere geschickte Kaufanreize mobilisieren könne. Skeptisch zeigen sie sich dagegen bei der oft geforderten Senkung der Mehrwertsteuer. Es sei alles andere als sicher, dass die auch über die Preise beim Verbraucher ankomme, heißt es. (win/wl/ap/dpa/afp)






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