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Aktuell Afrika

Mit Gewalt gegen die Gewalt in Nigeria

"Wir werden den Krieg gegen den Terrorismus gewinnen, was immer es auch kostet", erklärte Nigerias Präsident Goodluck Jonathan kürzlich. Die Regierungstruppen nehmen seine Worte ernst und greifen hart durch.

Bei der Offensive der nigerianischen Streitkräfte gegen Islamisten im Norden des Landes sind am Wochenende nach offiziellen Angaben etliche Menschen getötet worden. Wie das Verteidigungsministerium in Abuja am Sonntagabend mitteilte, verloren seit Samstag mindestens 14 "Terroristen" und drei Soldaten ihr Leben. Nigerias Armee geht seit einer Woche mit massivem Truppeneinsatz gegen die Rebellenbewegung Boko Haram vor.

Die Kämpfe konzentrieren sich derzeit auf die Stadt Maiduguri, die als Hochburg von Boko Haram gilt. Die Armee riegelte zahlreiche Viertel der Stadt am Sonntag komplett ab und verhängte mit Blick auf "Sondereinsätze" eine dauerhafte Ausgangssperre. Laut Berichten eines Mitarbeiters einer Hilfsorganisation wurde das Telefonnetz in der Region abgeschaltet.

Offensive befördert Extremismus?

Die Streitkräfte hatten bei Angriffen auf Rebellenlager in den vergangenen Tagen auch die Luftwaffe eingesetzt. Dabei sollen nach Darstellung der Behörden dutzende Menschen getötet worden sein. Die USA riefen das Militär zur Zurückhaltung auf. "Wir sind auch zutiefst beunruhigt über die glaubwürdigen Vorwürfe, dass nigerianische Sicherheitskräfte grobe Menschenrechtsverstöße begehen, die ihrerseits die Gewalt eskalieren lassen und Extremismus befördern", erklärte US-Außenminister John Kerry. Zugleich verurteilte er die "Terrorkampagne von Boko Haram auf das Schärfste".

Boko Haram bedeutet soviel wie "westliche Bildung ist Sünde". Die Gruppe, die dem Terrornetzwerk Al Kaida zugerechnet wird, verbreitet seit 2009 blutigen Terror in Nordnigeria. Ihr Ziel ist es, eine strenge Auslegung der Scharia in Nigeria einzuführen. Nach Schätzungen der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch wurden bei Anschlägen der Sekte und anderer islamistischer Splittergruppen auf Kirchen, staatliche Einrichtungen, Polizeistationen und Lokale, die Alkohol ausschenken, bereits mehr als 3600 Menschen getötet.

wa/ml (afp, dpa, epd)