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IS-Kämpferinnen

Mindestens zwei deutsche Frauen im Irak in Haft

Unter den im Irak inhaftierten Dschihadistinnen sind mindestens zwei aus Deutschland. Das bestätigte das Auswärtige Amt. Bei zwei weiteren Frauen sei die Staatsangehörigkeit noch nicht abschließend geklärt.

Irak Zerstörung in Mossul (Reuters/T. Al-Sudani)

Das zerstörte Mossul nach der Befreiung von der IS-Terrormiliz

Vor gut einer Woche hatten irakische Sicherheitskräfte gemeldet, im von der Terrormiliz "Islamischer Staat " befreiten Mossul seien 20 ausländische Dschihadistinnen festgenommen worden. Jetzt bestätigte das Auswärtige Amt in Berlin offiziell Berichte, nach denen unter den Festgenommenen auch junge Frauen aus Deutschland sind. Bei zwei von ihnen sei die Staatsangehörigkeit eindeutig geklärt.

Mitarbeiter der Botschaft in Bagdad hätten die beiden in der vergangenen Woche besuchen können, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amts. Darunter befinde sich die 16-jährige Linda W. aus Sachsen. In den vergangenen Tagen war über die Schülerin berichtet worden. Sie hatte sich nach eigenen Angaben der IS-Terrormiliz angeschlossen. Das Mädchen hatte in einem Interview, das in einer Gefangeneneinrichtung in Bagdad stattfand, gesagt, sie werde kooperieren und bereue ihren Entschluss, sich den IS-Extremisten angeschlossen zu haben. Jetzt wolle sie nur noch nach Hause.

Auslieferung oder Prozess im Irak?

Laut Auswärtigem Amt werden zwei weitere Frauen in irakischer Haft an diesem Montag von Angehörigen der deutschen Botschaft besucht. Erst danach könne bestätigt werden, ob es sich ebenfalls um Deutsche handele oder nicht.

Zur Frage einer möglichen Auslieferung der Inhaftierten nach Deutschland sagte die Sprecherin des Justizministeriums, mit den irakischen Behörden werde "über Möglichkeiten der Zusammenarbeit" gesprochen. Ein Auslieferungsabkommen mit dem Irak gebe es aber nicht. Möglich ist auch, dass den Frauen im Irak der Prozess gemacht wird.

Unterdessen teilte die Generalbundesanwaltschaft mit, sie ermittle gegen Linda W. Der Anfangsverdacht laute auf Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung, sagte ein Sprecher der Behörde. Dafür gebe es entsprechende Anhaltspunkte. Auch gegen die zweite inhaftierte Deutsche und die beiden anderen Frauen, bei denen es sich auch um Deutsche handeln könnte, werde ermittelt. 

qu/kle (rtr, dpa)

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